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F.A.Z.-Interview : Eckert: Fifa nicht „reingewaschen“

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Die Fifa weiter im Visier: Der Spruchkammervorsitzende Hans-Joachim Eckert Bild: dpa

Hans-Joachim Eckert wehrt sich gegen Vorwürfe, die Untersuchung der Fifa-Ethikkommission seien „Rohrkrepierer“. In der F.A.Z. bekennt sich der Vorsitzende der Spruchkammer zur Fortsetzung der Aufklärungsarbeit.

          Der Spruchkammervorsitzende der Ethikkommission des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), Hans-Joachim Eckert, hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, er habe die Fifa mit Blick auf die Vergaben der  WM  an Russland (2018) und Qatar (2022) von jeglichem Verdacht freigesprochen. „So ist der Eindruck entstanden, dass mein Statement die Fifa oder handelnde Personen in Zusammenhang mit der Bewerbung und Entscheidung zur Vergabe der WM 2018 und 2022 von allen Vorwürfen „reinwäscht“. Das ist definitiv nicht der Fall. Und ich bin auch kein Blatter-Versteher“, sagte Eckert im Interview für die Freitagausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (bereits ab 20 Uhr am Vortag erhältlich als e-Paper).

          Weder ihm noch Fifa-Chefermittler Michael Garcia sei in die Arbeit hineingeredet worden. „Keiner von uns hat sich jemals als Marionette von irgendjemanden empfunden.“ Der Strafrichter aus München kritisierte den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Wolfgang Niersbach, der die Untersuchung als „Rohrkrepierer“ bezeichnet hatte. „Ich glaube, das Wort „Rohrkrepierer“ gehört in einen anderen Bereich unserer Welt – eher in den militärischen und rüstungstechnischen. Nicht in den Sport. Aber die Vorstellung der Öffentlichkeit ist nun mal, dass da zwei Leute sind, die untersuchen und für einen Befreiungsschlag sorgen. Dann soll plötzlich alles weiß oder schwarz sein. Leider ist es in der Juristerei aber so, dass es immer viele Zwischentöne gibt, weil Fakten und Feststellungen zu Tage treten, die unterschiedlich bewertet werden können.“

          Arbeit wird fortgeführt

          Die Botschaft auch nach der gemeinsamen Unterredung mit Garcia, der gegen seine Ausführungen Beschwerde beim Fifa-Berufungskomitee eingelegt hat, bliebe bestehen: „Unsere Arbeit und damit die Untersuchung über Korruption innerhalb der Fifa wird weitergeführt“, sagte Eckert.

          Den Antrag des deutschen Fifa-Vorstandsmitglieds Theo Zwanziger, bei der Sitzung am 18. Dezember in Marokko einen Beschluss zu fassen, dass der Garcia-Bericht doch veröffentlicht wird, sieht Eckert positiv: „Ich begrüße die Forderung nach mehr Transparenz, es muss jedoch für alle verbindlich geklärt sein, wer wann was sagen darf.“ Wenn  das Fifa-Exekutivkomitee als dafür zuständiges Gremium einen Beschluss fasse, dass der Garcia-Bericht veröffentlicht werden dürfe, werde er das nicht verhindern. „Im Gegenteil: Ich werde der Erste sein, der sagt: Wenn Transparenz legal möglich ist, dann bin ich natürlich dafür. Aber ich würde mir vorbehalten, zu überprüfen, ob das geht. Momentan ist die Situation für mich klar: Laut Artikel des 36 des Ethik-Codes darf der Garcia-Bericht nicht veröffentlicht werden.“

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