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Nach „Putin“-Rufen in Türkei : „Wechselt auf die Seite der Sieger“

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Die Spieler von Dynamo Kiew bejubeln ihren Sieg in Istanbul. Bild: EPA

Während der ukrainische Botschafter in der Türkei die „Wladimir Putin“-Rufe einiger Fans von Fenerbahce verurteilt, reagiert das ukrainische Außenministerium humorvoll.

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          Auf „Wladimir Putin“-Rufe türkischer Fans beim Auswärtssieg von Dynamo Kiew bei Fenerbahce Istanbul in der Champions-League-Qualifikation hat das ukrainische Außenministerium sportlich reagiert. „Wir raten den türkischen Fans, auf der Seite der Sieger zu stehen“, twitterte Außenamtssprecher Oleh Nikolenko am Donnerstag.

          Die Ukraine habe mit dem 2:1 von Dynamo auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin besiegt. „Wir haben in der Türkei ordentlich ausgeteilt und werden das auch in der Ukraine tun“, meinte Nikolenko. Dynamo Kiew hatte sich am Vorabend nach einem 0:0 im Hinspiel, das der Klub wegen des laufenden russischen Angriffskrieges in der Ukraine fern der Heimat in der polnischen Stadt Łodz austragen musste, in der zweiten Qualifikationsrunde für die Champions League gegen Fenerbahce durchgesetzt. Die Ukraine wehrt seit etwa fünf Monaten eine russische Militär-Invasion ab.

          Der ukrainische Botschafter in der Türkei, Wasyl Bodnar, hatte das Verhalten der Fenerbahce-Fans dagegen verurteilt. „Fußball ist ein faires Spiel. Dynamo Kiew war gestern Abend stärker. Es ist sehr traurig, von den Fenerbahce-Fans unterstützende Worte für den Mörder und Aggressor zu hören, der unser Land bombardiert“, schrieb Bodnar bei Twitter. Er sei den freundlichen türkischen Menschen „dankbar für die Unterstützung der Ukraine und ihre Kommentare zu den unangemessenen Aktionen der Fans“, fügte Bodnar hinzu.

          Laut türkischen Medienberichten hatte sich die Atmosphäre nach dem Führungstreffer durch Kiews Angreifer Witali Bujalski (57. Minute) und dessen anschließendem Jubel angespannt. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen deutlich die kritisierten Gesänge der Anhänger. Türkischen Medien zufolge weigerte sich Kiews Trainer Mircea Lucescu, nach dem Spiel an der Pressekonferenz teilzunehmen.

          Unterdessen droht dem türkischen Klub eine Strafe durch die Europäische Fußball-Union (UEFA). Es werde eine disziplinarische Untersuchung wegen des „angeblichen Fehlverhaltens“ der Anhänger geben, teilte der Kontinentalverband am Donnerstag mit. 

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