https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/dtb-vizepraesident-dirk-hordorff-tritt-nach-vorwuerfen-zurueck-18784919.html

Nach Vorwürfen und DTB-Druck : Tennis-Vizepräsident Hordorff tritt zurück

  • Aktualisiert am

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den Tennis-Funktionär mittlerweile eingestellt. Bild: picture alliance / CHROMORANGE

Dirk Hordorff ist vom Amt als Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes zurückgetreten. Der Verband hatte ihn nach Missbrauchsvorwürfen dazu aufgefordert.

          1 Min.

          Dirk Hordorff ist von seinem Amt als Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) zurückgetreten. Das ließ der 66-Jährige Bad Homburger am Mittwoch über seinen Anwalt mitteilen. Mehrere Gremien des DTB hatten Hordorff zuletzt nach Missbrauchsvorwürfen zum Verzicht auf sein Amt aufgefordert. „Mein Amt als Vizepräsident des Deutschen Tennisbundes habe ich heute niedergelegt. Ich möchte dadurch auch Schaden für den DTB vermeiden. Ich werde meine Kraft nunmehr voll und ganz auf die Widerlegung der unwahren Vorwürfe konzentrieren. Das in den Medien kolportierte, gegen mich gerichtete Verfahren wurde am 28. März 2023 von der Staatsanwaltschaft Frankfurt nach § 170 Absatz 2 StPO eingestellt“, hieß es in der Mitteilung.

          Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, bestätigte die Einstellung des Verfahrens aus rechtlichen Gründen. „Straftatbestände sind aus unserer Sicht teilweise nicht erfüllt worden oder verjährt“, sagte Niesen der Deutschen Presse-Agentur.

          Das Präsidium des DTB begrüßte den Schritt von Hordorff. Der Verband wolle den Fall „schnellstmöglich und vollumfänglich aufarbeiten, um für die Zukunft noch besser präpariert zu sein“, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Dazu werde der DTB mit externen Spezialisten zusammenarbeiten und eine wissenschaftliche Begleitung der Aufarbeitung vornehmen. „Allen Opfern solcher Taten gehört unser Mitgefühl und unsere Unterstützung“, hieß es weiter.

          Der DTB hatte am Montag Hordorff abermals zum Rücktritt aufgefordert, obwohl der langjährige Funktionär die Vorwürfe sexualisierter Gewalt und eines Machtmissbrauchs als „schlicht unwahr“ zurückgewiesen hatte. Nach dem Präsidium hatte auch der Ombudsmann und Sprecher des Bundesausschusses gefordert, dass Hordoff bis Mittwoch sein Amt abgebe.

          Hordorff hatte sein Amt ruhen lassen, nachdem schwere Anschuldigungen bekannt geworden waren. NDR, „Sportschau“ und „Süddeutsche Zeitung“ hatten von Vorwürfen unter anderen des früheren Tennisprofis Maximilian Abel berichtet, es habe über Jahre sexualisierte Übergriffe gegeben. Hordorff hatte die Vorwürfe dementiert und über seinen Anwalt erklären lassen, dass es keinen Zusammenhang mit den Anschuldigungen gebe, dass er sein Amt ruhen lasse. „Herr Hordorff ist aufgrund einer Anfang März erfolgten sowie einer anstehenden Operation an einem Aneurysma derzeit gesundheitlich nicht in der Lage, das Amt auszuüben“, hatte der Anwalt mitgeteilt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ilan Şor 2019 bei einer Wahlveranstaltung in der Stadt Comrat. Er lebt mittlerweile in Israel, weil er in Moldau sofort festgenommen werden würde.

          Putins Mann in Moldau : Der gute Bankräuber von Orhei

          In Moldau setzt Russland auf einen Politiker, der wegen eines Milliarden-Diebstahls zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt worden ist. Solange er seinen Reichtum mit der Bevölkerung teilt, finden das nicht alle schlimm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.