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Einsatz für Humanismus : Die Kampfansage des Sports

  • -Aktualisiert am

Kampf gegen falsche Haltung: Der Deutsche Olympische Sportbund positioniert sich. Bild: Picture-Alliance

Die Botschaft des deutschen Sports an Rechtspopulisten, Feinde der Demokratie und Hassprediger ist: Ihr bleibt draußen! Ob die Verbände als Kämpfer für den Humanismus überzeugen, hängt aber nicht vom formulierten guten Willen ab.

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          Gegen Rechtspopulismus zu sein, gegen Rechtsextremismus, gegen Hassprediger und Feinde der Demokratie aufzustehen sollte selbstverständlich sein. Insofern ist der Beschluss des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zusammen mit der Deutschen Sportjugend (dsj), ihre Haltung zu demonstrieren, auf den ersten Blick weder überraschend noch originell. Seit Jahrzehnten verweist der organisierte Sport auf seine humanistischen Werte und preist sie als vorbildlich für eine freiheitliche, gerechte, faire Gesellschaft. Zu oft erwies sich der Vorsatz in der Realität als Makulatur.

          Dennoch ist der in der vergangenen Woche veröffentliche Schritt von Dachverband und Sportjugend besonders bemerkenswert. Denn DOSB und dsj verbinden ihre schönen Worte mit konkreten, also überprüfbaren Handlungen: Sie wollen nicht nur offen widersprechen, sondern „Personen, die als Funktionsträger*innen oder aktive Mitglieder von antidemokratischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien oder Gruppierungen erkennbar (...) sind“, unter anderem nicht in ihre Gremien „berufen“, nicht zu ihren Veranstaltungen einladen.

          DOSB-Vizepräsident Kaweh Niroomand erklärte zwar im „Deutschlandfunk“, das Positionspapier sei nicht „auf eine Partei hin gemünzt“. Aber auch die AfD darf sich angesprochen fühlen. Sie ist rechtspopulistisch und in Teilen rechtsextrem. DOSB und dsj erklären die aktiven Mitglieder, etwa Bundestagsabgeordnete, quasi für unerwünschte Personen. Ihr bleibt draußen!

          Ob die Verbände als Kämpfer für den Humanismus überzeugen, hängt nicht vom formulierten guten Willen, sondern von ihrer wahren Kraft ab, die Folgen der Kampfansage überzeugend zu überstehen. Es wird nicht allein Proteste in den asozialen Medien geben, vermutlich ernsthafte Drohungen und Versuche von Rechtspopulisten und Demokratiefeinden, auf juristischem Wege Zugang zu bekommen zu Gremien oder Versammlungen.

          DOSB und dsj müssen sich auch fragen lassen, wie weit sie zu gehen bereit sind. Darf, wer „nicht an Veranstaltungen von antidemokratischen (...) Parteien“ teilnehmen will, seine Olympiamannschaft zu den Winterspielen 2022 nach Peking entsenden? Ist es mit der selbstgewählten Handlungsanweisung vereinbar, einer Einladung des gewalttätigen Diktators Lukaschenka in sein Reich zu folgen?

          Der deutsche Sport hat schon bei kleineren Prüfungen Mühe zu überzeugen. In seiner Hall of Fame werden Athleten gewürdigt, die zu bestimmten Zeiten ihres Lebens einer menschenverachtenden wie -vernichtenden Partei angehörten. Das diskreditiert nicht gleich den frischen Mut. Aber ohne Klärung der Vergangenheit kann es keine bessere Zukunft geben.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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