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Versammlung nach Olympia : DOSB-Chef Hörmann will die Vertrauensfrage stellen

DOSB-Präsident Alfons Hörmann Bild: dpa

Nach Vorwürfen aus der Belegschaft empfahl die Ethikkommission, bei der regulären DOSB Vollversammlung im Dezember Präsident und Präsidium neu zu wählen. Alfons Hörmann setzt sich darüber hinweg.

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          Im September, nach den Olympischen und Paralympischen Spielen von Tokio, will Alfons Hörmann auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Vertrauensfrage stellen. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) setzt sich damit über die Empfehlung der Ethikkommission hinweg, die am Montag empfahl, bei der regulären Vollversammlung im Dezember Präsident und Präsidium neu zu wählen und so die Vertrauensfrage zu beantworten.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die von dem ehemaligen Innenminister Thomas de Maizière geleitete Kommission hatte Vorwürfe aus der Belegschaft untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es auch an Hörmann liege, „zukünftig seinen Führungsstil so zu verändern, dass der Geist von Respekt und Wertschätzung klarer bei Dritten, insbesondere bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zu erkennen ist“.

          Auch müssten „die Beziehungen des Präsidenten/Präsidiums/Vorstands zu Teilen der Spitzenverbände, zu Teilen der Landesverbände, zum Internationalen Olympischen Komitee, zum Bundesministerium des Innern und zu wichtigen Teilen der Medien dringend verbessert werden“. Es fehle an Grundvertrauen.

          Der DOSB teilte am Donnerstag mit: „Das Präsidium ist zu dem Ergebnis gekommen, der Empfehlung der Ethikkommission zu einer Vertrauensabstimmung zu folgen.“ Zum Wohl des deutschen Sports solle diese zeitnah umgesetzt werden. Vertrauensfrage und Misstrauensvotum sind in der Satzung nicht vorgesehen. Hörmann lässt sich so zitieren: „Die von uns initiierte Untersuchung der Ethikkommission hat einige der erhobenen Vorwürfe entkräftet, aber zugleich eine deutlich unterschiedliche Wahrnehmung der Führungssituation zum Ausdruck gebracht.“ Deshalb werde die Vertrauensabstimmung auf den Weg gebracht. Athletenvertreter Jonathan Koch stimmte der Erklärung nicht zu.

          „Nur eine vorgezogene Wahl des gesamten Präsidiums kann zu einer dauerhaften Vertrauensstiftung im deutschen Sport führen“, zitierte Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, auf Twitter aus der Empfehlung der Ethikkommission und schloss an: „Das aber ist mehr, als nur #Vertrauensfrage zu stellen. Hat man Angst vor #Neuwahlen?“

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