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Debatte im deutschen Sport : Hörmanns Brief ohne Entschuldigung

DOSB-Präsident Alfons Hörmann Bild: dpa

DOSB-Präsident Alfons Hörmann warf unter anderem Helmut Digel Versagen bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung im IAAF vor. Digel verlangte eine Entschuldigung. Nun bekam er einen Brief von Hörmann.

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          Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat in einem persönlichen Brief auf die Forderung des langjährigen internationalen Leichtathletik-Funktionär Helmut Digel reagiert, Hörmann müsse sich bei ihm für seine Kritik an Digel entschuldigen – und eine Entschuldigung abgelehnt.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Digel hatte diese gefordert, nachdem Hörmann auf der DOSB-Mitgliederversammlung am Wochenende in Hannover dem früheren Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, und Digel Versagen bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung in den Gremien der internationalen Verbände Fifa (Fußball) und IAAF (Leichtathletik) vorgeworfen hatte. Wie könne Digel entgangen sein, der dem deutschen Sport im Monatsrhythmus mitteilt, was besser zu machen ist, was schlecht gelaufen ist, hatte Hörmann gefragt.

          „Wie kann es ihm passiert sein, in einer Mischung aus Naivität und Gutgläubigkeit, diese Entwicklungen nicht zu erkennen? Auf Podien zu referieren und in den Medien zu parlieren reicht nicht aus. Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden, um die Glaubwürdigkeit wieder zu erhalten. Ich möchte uns alle in der laufenden Generation dazu aufrufen: So dürfen wir Deutschland international nicht präsentieren und repräsentieren!“

          Digel hatte daraufhin gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in einem offenen Brief von Verleumdung gesprochen und eine Entschuldigung verlangt. Hörmann schrieb Digel nun, er habe ihn weder verleumdet noch unkorrekten Verhaltens bezichtigt, sondern sich lediglich auf Aussagen Digels im ZDF Mitte November bezogen.

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          Damals hatte Digel in der Sendung „Aktuelles Sportstudio gesagt: „Ich trage, so wie jedes Councilmitglied (des IAAF, d. Red.) die Gesamtverantwortung für die Leichtathletik. (...) Insofern muss ich mir auch selbst Vorwürfe machen.“ Hörmann schrieb nun, er halte das nicht für den „angemessenen Umgang mit den Vorgängen innerhalb der IAAF.“

          Die Glaubwürdigkeit des Sports werde „an zahlreichen Stellen“ auf eine „harte Probe“ gestellt. Um Glaubwürdigkeit wiederzuerlangen, müsse die Vergangenheit kritisch analysiert werden. „Wir alle müssen die internationalen Positionen verantwortungsbewusst wahrnehmen.“ Das sei in der Vergangenheit nicht an allen Stellen geschehen.

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