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Konferenz der Bundestrainer : Ein DOSB-Präsident im Angriffsmodus

  • -Aktualisiert am

Hat einiges zu sagen: DOSB-Präsident Alfons Hörmann Bild: dpa

In einer Brandrede attackiert Alfons Hörmann jene Bundestrainer, die sich angeblich nicht um sein Konzept zur Spitzensportförderung scheren. Die wiederum haben gute Gründe für ihr vermeintliches Desinteresse.

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          Ignorant, arrogant, desinteressiert? Alfons Hörmann hatte etwas anderes sagen wollen in seiner Rede vor deutschen Bundestrainern. „Aber das habe ich in die Tonne gehackt“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Mittwoch zum Abschluss der Bundestrainerkonferenz in Stuttgart, ganz ruhig.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Am Vorabend hatte er von Kritik am Spitzensportkonzept erfahren während der Tagung und seinen Vortrag über Nacht verwandelt: in eine Brandrede, eine Attacke auf manchen Spitzensportgestalter im Land, der sich nach Ansicht des Präsidenten nicht schert um das von DOSB und dem Bundesinnenministerium an „1000 Mann/Frau-Tagen“ entwickelte Konzept.

          „Mal drei, vier Stunden hingesetzt“

          Hörmann warf seinen Zuhörern und deren Verbänden vor, in Wandelgängen manches wortgewaltig wie etwa die Potentialanalyse in Frage zu stellen, aber kaum durchzublicken: „Viele diskutieren in relativer Oberflächlichkeit über das Konzept, wenige haben es (38 Seiten/Red.) gelesen“, behauptete der DOSB-Chef und zeigte sich bass erstaunt, wie „wenige Olympiastützpunkte, Landessportbünde und Fachverbände sich mal drei, vier Stunden hingesetzt“ hätten für eine Grundsatzdiskussion.

          „Wer von Ihnen“, fragte er ins Plenum, „ist denn von seinem Verband mal zu einer solchen Sitzung eingeladen worden?“ Die Fingerzeige rundete Hörmann erkennbar großzügig zu einem Viertel der etwa einhundert Anwesenden auf. Er schloss daraus, dass „75 Prozent der Bundestrainer in ihren Verbänden keine intensive Diskussion über die Reform geführt“ hätten. Niemand widersprach. Allerdings warfen Gescholtene hinter vorgehaltener Hand ein, von dem Prozess bis zum September mehr oder weniger ausgeschlossen gewesen zu sein. Trotzdem waren sich einige Trainer einig: Die Leselust habe sich erkennbar in Grenzen gehalten: „Aber das hat Gründe. Es gibt viel Frust.“

          Bundestrainer werden zwar nach den Tarifen im öffentlichen Dienst bezahlt, haben aber deutlich längere Arbeitszeiten und müssen ein wesentlich höheres Risiko eingehen. Das ist auch Hörmann bewusst und so ging er in die Offensive: Bis „heute“, erklärte er, habe kein einziger Bundestrainer einen für 2017 gültigen Vertrag. Dabei seien doch 93 Prozent der Gelder für die Gehälter vom Bund zugesagt: „Warum schaffen wir das nicht?“ Die Frage war eine rhetorische. Erledigen müssen diese Aufgabe die Fachverbände. Ein Vertreter ließ in Stuttgart durchblicken, dass man mit 93 Prozent eben keine hundertprozentigen Zusagen machen könne.

          Was auch immer den Verwaltungsakt lähmt, eines blieb bei den Trainern hängen: Nur die Athleten stehen expressis verbis im Fokus der Reform. Ihre ersten Förderer blieben draußen, weil man sie einerseits schlecht in den Mittelpunkt rücken kann, wenn andererseits nur 93 Prozent ihrer Bezahlung sicher sind. Es bleibt also Spielraum für Verbesserungen. Diese Zusage bezog Hörmann vor allem auf das Konzept: „Es ist noch nicht zu spät, begleiten sie uns kritisch. Aber mit offenem Visier.“

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