https://www.faz.net/-gtl-skz3

DOSB-Gründung : Historische Tage für den deutschen Sport

  • -Aktualisiert am

Unter den Augen Willi Daumes: Manfred von Richthofen (l.) und Klaus Steinbach Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Es werden historische Tage, das ist keine Übertreibung. Das Nationale Olympische Komitee und der Deutsche Sportbund werden nach über 55 getrennten Jahren zusammengeführt. FAZ.NET-Spezial.

          1 Min.

          Es werden zwei historische Tage, das ist keine Übertreibung. Das Nationale Olympische Komitee (gegründet 1949 in Bonn) und der Deutsche Sportbund (gegründet 1950 in Hannover) werden zusammengeführt, an diesem Samstag in Frankfurt, wo beide Organisationen zwar schon seit langem unter einem Dach arbeiten, allerdings - und das ist ein wichtiger Grund für die lange und gegen manche Widerstände vorbereitete Fusion - oft eher neben- als miteinander.

          Der Deutsche Olympische Sportbund, kurz DOSB, soll die Gremien verschlanken, die personellen wie finanziellen Mittel bündeln, vor allem die Strukturen des Hochleistungssports modernisieren, mit dem Ziel, im internationalen Wettstreit deutsche Medaillen und Titel abzusichern: eine Fusion als Energieschub. Dazu kommen die Titanenaufgaben, die 28 Millionen Mitgliedschaften in bald 90.000 Vereinen aufwerfen. Sie brauchen vor allem Leitbilder.

          Festakt mit Merkel und Rogge

          Der Wirtschaftsanwalt und ehemalige Hochleistungssportler Thomas Bach, Fechtolympiasieger und -weltmeister aus Tauberbischofsheim, will sich, offenbar in geheimer Wahl und nicht wie zunächst geplant per Akklamation, ein qualifiziertes Mandat der Gründungsversammlung erteilen lassen, als erster DOSB-Präsident, also als Mann der Einheit des Sports. Bachs persönlicher Hintergrund, dazu gehört auch seine Karriere im Internationalen Olympischen Komitee, hat schon zu mahnenden Worten geführt: Der Sport könne nicht wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden, die Vereine seien keine Handelsware, die Basisarbeit dürfe nicht geringgeschätzt und der Föderalismus nicht generell verdammt werden.

          Das Programm auf der letzten Etappe zur Konstituierung des DOSB ist dicht gedrängt, mit insgesamt neun Arbeitssitzungen verschiedener Gruppierungen des deutschen Sports in zwei Hotels an der Messe, dazu kommen gesellige und kulinarische Runden sowie - als Höhepunkt und Abschluß - der Festakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Jacques Rogge, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Samstag nachmittag an einer Geburtsstätte des deutschen Parlamentarismus, in der Paulskirche. Auf den Heimweg werden Delegierte und Gäste vom Posaunen-Quartett des Dr. Hoch's Konservatorium begleitet, das die Nationalhymne spielen wird.

          In den vorangehenden Diskussionen dürfte es zwar nicht nur sanfte Töne geben, aber der Schauplatz der Gründungsversammlung macht Mut: "Saal Harmonie" im Kongreßzentrum der Messe. Allerdings trifft sich der Hauptausschuß des alten Deutschen Sportbundes am Morgen zum allerletzten Mal an einem Ort, dessen Name hoffentlich nicht Programm wird: "Raum Illusion".

          Weitere Themen

          Topmeldungen

           „Mit diesen Leuten haben wir nichts zu tun“: Michael Kretschmer über die AfD

          Tabubruch in Sachsen : CDU für Koalition mit Grünen und SPD

          Auf einem Sonderparteitag stimmt Sachsens CDU mit großer Mehrheit für ein Regierungsbündnis mit Grünen und SPD. Nicht immer erntet Michael Kretschmer dabei so viel Beifall wie für seine Attacke gegen die AfD.
          Unser Sprinter-Autor: Cai Tore Philippsen

          F.A.Z.-Sprinter : „Lügner“ gegen „Marxist“

          Großbritannien wählt, der Maut-Untersuchungsausschuss nimmt Scheuer in die Zange – und der EU-Gipfel in Brüssel berät über Von der Leyens „Green Deal“. Das Wichtigste des Tages steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.