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Bob-Pilot Subkow : Die Wirkung des Cocktails

Alexander Subkow bei Olympia 2014. Bild: dpa

Alexander Subkow ist Präsident des Russischen Bob-Verbandes und nun wegen Dopings lebenslang von Olympia ausgeschlossen. Subkow weist die Anschuldigungen zurück und klagt vor dem Sportgerichtshof.

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          Erst die Sperre vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dann eine Suspendierung vom Internationalen Bob- und Skeleton-Verband (IBSF), die wenige Tage später wiederaufgehoben wurde. Alexander Subkow hob die Hände, als wolle er sagen: Was denn nun? Dies hier: Am Mittwoch ist die Begründung des IOC für den Entzug der Goldmedaillen im Zweier- und Viererbob bei den Winterspielen von Sotschi 2014 und für den lebenslangen Ausschluss von Olympia beim IBSF eingetrudelt. Nun soll es ein neues Verfahren geben, wie Vizepräsident Andreas Trautvetter bestätigte.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die unabhängige Kommission wird dann die 50 Seiten lange, 558 Unterpunkte umfassende Anklage- und Urteilsschrift bewerten. Die IOC-Liste belastet Subkow unter anderem so: Zwei Doping-Kontroll-Fläschchen zeigen diverse T-Markierungen, die laut einer forensischen Untersuchung ein manipulatives Öffnen belegen (Unterpunkt 366). Der Salzgehalt seiner Probe sei „eindeutig nicht physiologisch“ (369), was eine absichtliche Zerstörung belege.

          Der Kronzeuge Rodtschenkow, Leiter der Anti-Doping-Labore in Moskau und Sotschi, will Subkows Urinprobe geprüft haben, gibt vor, von einer langen Doping-Phase des Athleten gewusst und dessen Bob-Trainer Doping-Mittel verschafft zu haben (376, 377). Rodtschenko erinnere sich, dass Subkow auf den Cocktail gut angesprochen haben soll (384). Drei Proben des Russen habe er getauscht, am 31. Januar, am 5. und am 23. Februar 2014. Dazu stellt das IOC eine Manipulation von Urinkontrollen in Mannschaftsstärke fest: Bei „nicht weniger als sieben“ männlichen Bobfahrern (388).

          Subkow weist die Anschuldigungen zurück. Das Olympiarennen in Südkorea 2018 ist kein Ziel mehr für ihn. Er hat seine Karriere beendet. Als Funktionär oder Coach aber wäre er gern dabei, wie an diesem Wochenende beim Weltcup in Winterberg: Subkow ist Präsident des Russischen Bob-Verbandes. Gegen die Sperre klagt er vor dem Sportgerichtshof.

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