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Kuriose Verzögerung : Zu viel Information im Doping-Verfahren

  • Aktualisiert am

Im Fokus: russische Dopingproben Bild: AP

Noch immer nichts Neues in der Auseinandersetzung zwischen der Welt-Anti-Doping-Agentur und Russland. Oder? Ein bereits terminiertes Treffen musste nun abgesagt werden. Der Grund ist skurril.

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          Ein Treffen zwischen den Ermittlern der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und russischen Funktionären, das für vergangenen Mittwoch terminiert war, musste abgesagt werden, weil die russische Seite zu viel Material eingereicht hat. Dies meldet die New York Times. Es handelt sich dabei um die Antworten auf 31 Fragen der Wada-Ermittler, die sich darauf beziehen, dass Russland der Wada offenbar manipulierte Daten ausgehändigt hat.

          Dass der Datensatz – wenn auch verzögert – herausgegeben wurde, war eine der Bedingungen gewesen, unter denen die Wada die Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada aufhob. Rusada-Chef Juri Ganus äußerte zuletzt den Verdacht, dass russische Funktionäre die Fälschungen begangen hätten, um die einst vertuschten Doping-Beweise von ehemaligen Athleten nicht ans Licht kommen zu lassen, die heute Politiker oder hohe Sportfunktionäre sind. Russlands Sportminister Pawel Kolobkow hatte gegenüber russischen Medien geäußert, man habe alle 31 Fragen beantwortet.

          Die Wada, die sich je zur Hälfte aus Vertretern des Sports und der Regierungen zusammensetzt, kann die Sportorganisationen ganzer Länder für nicht-konform mit dem Anti-Doping-Kodex erklären. Dies könnte einen Ausschluss etwa von den Olympischen Spielen 2020 in Tokio bedeuten. Allerdings kann eine solche Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas angefochten werden.

          Weil die Ermittler überlastet sind, verzögert sich der Entscheidungsprozess der Wada, was Sanktionen gegen Russland betrifft. Es ist wahrscheinlich, dass unter dem bisherigen Präsidenten Craig Reedie keine Entscheidung mehr fällt. Anfang November wird in Kattowitz der polnische Sportminister Witold Banka zu seinem Nachfolger gewählt.

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