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Wada-Strafe für Russland : Das Spiel ist nicht aus – im Gegenteil

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Für Russlands Präsident Wladimir Putin waren die Winterspiele 2014 in seinem Urlaubsort Sotschi und die Fußball-WM 2018 rauschende Feste russischer Größe. Bild: AFP

Russlands Reputation im Sport liegt in Scherben. Und doch ist keineswegs sicher, dass die angekündigten Strafen eintreten werden. Ein Kulturwandel im von Geben und Nehmen geprägten sportpolitischen Ökosystemen ist nicht zu erkennen.

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          Ist das nun, fast sechs Jahre nach dem Betrug bei den Olympischen Spielen von Sotschi, die angemessene Strafe? Keine weiß-blau-roten Flaggen bei den Olympischen Spielen in Tokio und Peking, keine Offiziellen sowie keine als solche zu erkennende russische Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2022 in Qatar: Nur neutrale Athleten, vier Jahre lang? Nein, das Spiel ist nicht aus. Im Gegenteil, es könnte nun, schon wieder, richtig losgehen.

          Ob die Sanktionen Bestand haben, die von der Welt-Anti-Doping-Agentur wegen Datenmanipulationen ausgesprochen wurden, wird das Internationale Sportschiedsgericht entscheiden, insofern die russische Anti-Doping-Agentur Widerspruch einlegt. Deren Leiter hält einen Rechtsstreit für sinnlos. Doch russische Politik klingt ganz anders. Sportverbände und Sportministerium hätten „Anweisung erhalten, für unsere Interessen und die der einzelnen Athleten einzutreten“, hatte Ministerpräsident Medwedew vorab wissen lassen. Am Montag prangerte er eine „anti-russische Hysterie“ an. Damit ist wieder belegt, welche Rolle die Politik im russischen Sport spielt: die entscheidende.

          Für Präsident Wladimir Putin waren die Winterspiele 2014 in seinem Urlaubsort Sotschi und die Fußball-WM 2018 rauschende Feste russischer Größe. Spätestens am Montag hat der Kehraus stattgefunden: Russlands Reputation liegt in Scherben, nicht nur, aber vor allem im Sport. Der Ruf seiner Sportler wird auf Jahre toxisch bleiben. Noch im vergangenen Winter wurde offenbar gelöscht, getrickst und gefälscht im Moskauer Anti-Doping-Labor. Dabei war es von staatlichen Ermittlern versiegelt worden.

          Und doch ist keineswegs sicher, dass die Strafen so eintreten werden, wie sie angekündigt sind. Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, und Gianni Infantino, Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes, haben sich wohl gefühlt in Sotschi, bei der Fußball-WM. Russlands Einfluss in den Verbänden ist ungebrochen. Ein Kulturwandel in diesen so speziellen wie mächtigen, vom Geben und Nehmen geprägten sportpolitischen Ökosystemen ist nicht zu erkennen.

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