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Wada-Sperre für Russland : Reden gegen eine Wand

Goldene Zeiten? Trikots in einem Moskauer Souvenirgeschäft Bild: AFP

Das Interesse des Weltsports an russischen Investoren und die Abhängigkeit von Geldgebern droht die Wirkung der Sanktionen auszuhebeln.

          5 Min.

          Wer in die Zukunft schauen möchte, kann das auf der Website des Internationalen Eishockey-Verbandes IIHF tun: Weltmeisterschaft, 5. bis 21. Mai 2023, Russia, St. Petersburg. Am 24. Mai hatte der Weltverband das Turnier an die Ostsee vergeben, die Pressemitteilung kam nicht eben zurückhaltend daher: „Wie bei vorherigen Geboten, bewirbt sich Russland mit einer neuen Arena. Einer, die die größte Eishockey-Halle der Welt werden soll. Die neue Arena wird ein neues Wahrzeichen Sankt Petersburgs. 2023 wird sie gebaut sein und gemäß der Bewerbung 21500 bis 23000 Fans Platz bieten. Sie wird in Laufweite der Metrostation Pobedy Park stehen (treffende Übersetzung: Park des Sieges).“ Gigantismus geht immer. Und nun, nach den Sanktionen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) gegen Russland? Die Riesenhalle am Platz des Sieges als Symbol der Niederlage?

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Eigentlich müsste die IIHF ausarbeiten, wer anstelle der Russen die WM 2023 ausrichtet. Ein großer Eishockey-Freund, einer, der sich in Sankt Petersburg auskennt, klingt nicht, als wollte er es so weit kommen lassen. „Wir haben allen Grund, Klage beim internationalen Sportschiedsgericht einzureichen“, sagte Wladimir Putin am Montagabend. „Es gibt Grund zur Annahme, dass es bei solchen Entscheidungen nicht um die Sauberkeit des Weltsports geht, sondern um politische Überlegungen. Diese sind nicht im Interesse des Sports und der olympischen Bewegung.“ Der Präsident der Russischen Föderation will Anwälte über die Sanktionen beraten lassen. Dann wird entschieden, wie sich Russland wehrt. Eine Anfrage, wie es mit ihrer WM weitergehe, hatte die IIHF bis zum Redaktionschluss nicht beantwortet.

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