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Von Aldag bis Zabel : Jüngere Dopingfälle im deutschen Profi-Radsport

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Die legendäre Tränen-Beichte: Erik Zabel (l) und Rolf Aldag geben am 24.05.2007 nur zu, was längst verjährt war Bild: dpa

Es liest sich wie ein „Who is Who“ des deutschen Radsports: Aldag, Ampler, Bölts, Dietz, Henn, Hondo, Jaksche, Kessler, Müller, Paffrath, Schumacher, Sinkewitz, Ullrich, Zabel. Sie alle hatten mit Doping zu tun. Einzelfälle?

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          Es liest sich wie ein „Who is Who“ des deutschen Radsports: Aldag, Ampler, Bölts, Dietz, Henn, Hondo, Jaksche, Kessler, Müller, Paffrath, Schumacher, Sinkewitz, Ullrich, Zabel. Sie alle hatten mit Doping zu tun. Einzelfälle?

          Aldag, Rolf: Der Westfale legte am 24. Mai 2007 gemeinsam mit Erik Zabel in Bonn ein Doping-Geständnis ab. Er habe von 1995 bis 2002 Epo bei Telekom genommen.

          Ampler, Uwe: Der mehrmalige Friedensfahrt-Gewinner wurde Anfang August 1999 bei der Sachsen-Tour positiv auf Testosteron getestet und daraufhin für neun Monate gesperrt.Bereits 1994 hatte Ampler behauptet, in seiner Zeit bei Telekom (1992, 1993) unwissentlich mit Epo gedopt worden zu sein. Das Gerichtsverfahren verlor er allerdings.

          Bölts, Udo: Der Heltersberger legte am 23. Mai 2007 ein Doping-Geständnis ab. Er habe in seiner Telekom-Zeit zwischen 1995 und 1998 Epo und Wachstumshormone genommen.

          Dietz, Bert: Der frühere Vuelta-Etappensieger brachte mit seinem Doping-Geständnis im Fernsehen den Telekom-Skandal ins Rollen. Dietz beichtete am 21. Mai als Erster in der ARD-Sendung Beckmann, während seiner Telekom-Zeit unter anderem Epo und Cortison genommen zu haben.

          Henn, Christian: 1999 wurde beim damaligen Telekom-Profi und heutigen Gerolsteiner-Sportdirektor ein erhöhter Testosteron/Epitestosteron-Quotient festgestellt. Er wurde für sechs Monate gesperrt. Henn legte am 22. Mai 2007 ein Doping-Geständnis ab. In seiner Telekom-Zeit von 1995 bis 1999 habe er Epo genommen. Räumte wenig später die Einnahme von Andriol und Kortison in seiner Zeit als Amateur ein.

          Hondo, Danilo: Der Cottbuser wurde als Gerolsteiner-Fahrer im März 2005 zweimal positiv auf Carphedon getestet. Hondo kämpfte juristisch vor mehreren Instanzen erfolglos gegen seine zweijährige Sperre an, die am 8. Januar 2008 ablief. Startete einen Neuanfang beim zweitklassigen Rennstall Diquigiovanni.

          Jaksche, Jörg: Der Ansbacher gestand am 30. Juni 2007 in einem Spiegel-Interview langjähriges Doping. Er bestätigte zugleich, in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Ferner erhob er schwere Anschuldigungen gegen seine früheren Teamchefs Gianluigi Stanga, Walter Godefroot, Bjarne Riis und Manolo Saiz. Trat zurück, nachdem er keinen Rennstall mehr fand.

          Kessler, Matthias: Am 24. April 2007, einen Tag vor dem Halbklassiker Fleche Wallonne, wurde der Nürnberger positiv auf Testosteron getestet (Wert 85:1). War Ende 2006 von T-Mobile zu Astana gewechselt, das ihn nach der Bestätigung durch die B-Probe entließ.

          Müller, Dirk: Der spätere deutsche Meister von 2006 wurde bei der Regio-Tour 2000 positiv auf das Schwangerschaftshormon HCG getestet und für ein halbes Jahr gesperrt. Er fuhr damals für Post Swiss.

          Paffrath, Jörg: Der Kölner Halbprofi (Olympia Dortmund) wurde bei den deutschen Meisterschaften 1996 positiv getestet und für sechs Monate gesperrt. Gestand 1997, über 20 Dopingmittel in seiner Karriere eingenommen zu haben, und prangerte gleichzeitig systematisches Doping im Radsport an. Wurde vom BDR lebenslang gesperrt und am 13. Mai 2003 nach einer Entschuldigung begnadigt.

          Schumacher, Stefan: Der WM-Dritte von 2007 wurde bei der Tour de France positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet. Die B-Probe steht noch aus.

          Sinkewitz, Patrik: Am 8. Juni bei einer Trainingskontrolle positiv auf Testosteron getestet (Laut A-Probe 24:1). Legte ein Geständnis ab, ist nach Ablauf der einjährigen Sperre noch ohne Rennstall.

          Ullrich, Jan: Der Telekom-Star wurde 2002 bei einer Trainingskontrolle positiv auf das Stimulanzium Amphetamin getestet, begründete dies mit der Einnahme von zwei Pillen in der Disco. Wurde für sechs Monate gesperrt. Steht unter Verdacht, in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Bei diesem gelagerte Blutbeutel wurden mittels DNA-Abgleich Ullrich zugewiesen. Der Wahl-Schweizer bestreitet weiter jeden Betrug und jede Verbindung zu Fuentes. Beendete Ende Februar 2007 seine Karriere.

          Zabel, Erik: Der Sprinter legte am 24. Mai 2007 gemeinsam mit Rolf Aldag in Bonn ein Doping-Geständnis ab. Er habe bei Telekom während der Tour 1996 „einmalig“ Epo genommen. Fährt seit 2006 für Milram.

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