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Anti-Doping-Gesetz : Das IOC schlägt zurück

Travis Tygart, Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur, steht in der Kritik. Bild: AP

Die Vereinigten Staaten wollen ein Anti-Doping-Gesetz schaffen, das ihnen auch Zugriff auf internationale Wettkämpfe im Ausland ermöglichen würde. Nun kontert das IOC in ungewöhnlich bissiger Form.

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          In ungewöhnlich bissiger Form hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf die Initiative der amerikanischen Helsinki-Kommission reagiert, ein Anti-Doping-Gesetz zu schaffen, das den Vereinigten Staaten auch Zugriff auf internationale Wettkämpfe im Ausland ermöglichen würde. In einer Erklärung forderte das IOC die Amerikaner auf, erst einmal ihre eigenen Doping-Probleme in Ordnung zu bringen: „Wir schätzen und begrüßen Bemühungen in den Vereinigten Staaten, den Kampf gegen Doping zu verstärken, und wir nehmen an, dass die sehr besorgniserregenden Probleme mit einigen der Profi-Ligen in den Vereinigten Staaten als dringende Fälle angegangen werden.“ Während eines Hearings der Kommission, die mit Kongressabgeordneten besetzt ist und über die Einhaltung der Verpflichtungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa wachen soll, am Mittwoch in Washington war unter anderem das IOC scharf kritisiert worden. Besonders von Travis Tygart, dem Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada, der dem IOC vorwarf, das russische Staats-Doping nicht angemessen bestraft zu haben.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Der nach dem wichtigsten russischen Informanten „Rodtschenkow Anti-Doping-Act“ benannte Gesetzesvorschlag soll die angeblich sauberen Sportler und die Sponsoren Amerikas vor Betrug durch andere Nationen schützen. Das IOC bezeichnete es als „Grund zur Sorge, dass es die Absicht des Gesetzesvorschlags ist, Athleten aus allen 206 Nationalen Olympischen Komitees weltweit, die bei internationalen Wettkämpfen starten, unter amerikanisches Strafgesetz zu stellen.“ Das IOC schloss die Empfehlung an die Vereinigten Staaten an, sich der „International Partnership against Corruption in Sport“ anzuschließen, an der auch das IOC beteiligt ist. Im vergangenen Jahr hat das IOC die Olympischen Sommerspiele 2028 an die amerikanische Metropole Los Angeles vergeben.

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