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Start zum 1. Januar 2016 : Politik setzt Gesetz gegen Doping durch

Zum 1. Januar 2016 soll in Deutschland das neue Anti-Doping-Gesetz gelten. Bild: dpa

Der Zeitplan steht fest: Das Anti-Doping-Gesetz wird wohl in der kommenden Woche vom Deutschen Bundestag verabschiedet und soll zum 1. Januar in Kraft treten. Der DOSB warnt.

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          Das Anti-Doping-Gesetz wird voraussichtlich in der kommenden Woche in 2. und 3. Lesung vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden und soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. Das bestätigten am Mittwoch Sportpolitiker von Union und SPD. Demnach soll das Gesetz am 11. November vom Sportausschuss abschließend beraten werden, am Freitag darauf auf der Tagesordnung des Plenums stehen und am 27. November die Zustimmung des Bundesrates erhalten.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Es ist das erste von zwei Gesetzen, mit denen die Regierung die Integrität des Sports schützen will, ein neues Rechtsgut. Das Gesetz stellt den Besitz von leistungssteigernden Substanzen bei Spitzensportlern unter Strafe. Da Innenminister de Maizière von der CDU und Justizminister Maas von der SPD das Gesetz gemeinsam vorgelegt haben, gilt die Zustimmung der Regierungsmehrheit als sicher.

          Der Deutsche Olympische Sportbund warnt, dass der Einsatz des Strafrechts in der Doping-Bekämpfung das Sportrecht mit seinen schnellen Sperren zu untergraben drohe. Athleten haben Widerstand gegen die Stärkung der Schiedsgerichtsbarkeit in dem Gesetz (Athletenvereinbarung) angekündigt. In den Gesetzestext wird die Verpflichtung aufgenommen, das Gesetz in einigen Jahren zu evaluieren.

          Unterdessen hat das Bundesjustizministerium den Gesetzentwurf zum Sportwettbetrug an die Bundesländer und die relevanten Verbände zur Stellungnahme verschickt. Dies teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Länder und Verbände haben damit die Gelegenheit, zum Gesetz Stellung zu nehmen. Der Entwurf sieht unter anderem Haftstrafen bis zu drei Jahren für Sportler, Trainer und Schiedsrichter vor, wenn sie sich bestechen lassen und für eine Gegenleistung Sportwettbewerbe manipulieren. Für besonders schwere Fälle ist ein Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Haft vorgesehen.

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