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Sprinter Christian Coleman : Dem schnellsten Mann der Welt droht eine Sperre

Christian Coleman droht Ungemach nach womöglich verpassten Doping-Tests. Bild: AFP

Christian Coleman ist der derzeit schnellste Sprinter der Welt. Doch nun droht er nicht nur die WM, sondern auch Olympia zu verpassen. Wird er gesperrt, würde ein umstrittener Landsmann zum Favoriten auf Titel.

          Der derzeit schnellste Mann der Welt könnte bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft der Leichtathleten in Doha und bei den Olympischen Spielen von Tokio im nächsten Jahr fehlen. Die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtet, dass der Amerikaner Christian Coleman, Zweiter der Weltmeisterschaft von London 2017 über 100 Meter und Favorit auf den Titel bei der Ende September ausgetragenen Weltmeisterschaft, drei Doping-Kontrollen außerhalb von Wettkämpfen innerhalb des vergangenen Jahres verpasst habe.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Zwischen amerikanischer Anti-Doping-Agentur (Usada), Welt-Anti-Doping-Agentur und der für Doping-Fälle zuständigen Integrity Unit (IU) des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) fänden intensive Beratungen statt. Die Rechtsvertreter des Sprinters bestritten mindestens einen der sogenannten „missed tests“; sollten sie ihre Auffassung durchsetzen, könnte Coleman in Doha starten. Andernfalls droht ihm eine Sperre von ein bis zwei Jahren. Selbst bei der Mindeststrafe würde er nicht an den Trials, der obligatorischen Qualifikation für die im August 2020 stattfindenden Olympischen Spiele, teilnehmen können.

          Der 23 Jahre alte Coleman hat den Sprint bei den Trials dieses Jahres gewonnen und führt die Weltbestenliste dieses und der vergangenen beiden Jahre an mit 9,81, 9,79 und 9,82 Sekunden. In der Halle hält er mit 6,34 Sekunden den Weltrekord über 60 Meter. Sollte er gesperrt werden, wäre sein 37 Jahre alter Landsmann Justin Gatlin Favorit in Doha, der Mann, den das Publikum in London vor zwei Jahren ausbuhte, weil er zweimal wegen Dopings gesperrt war. Als Titelverteidiger besitzt er Startrecht bei der Weltmeisterschaft und konnte bei den Trials auf die Teilnahme am Finale verzichten. Seine Bestzeit dieses Jahres steht bei 9,87 Sekunden. Die Website letsrun.com machte bekannt, dass Gatlin wieder bei dem überführten Doper Dennis Mitchell trainiert, von dem er sich angeblich 2017 trennte.

          Auf der Website der Nationalen Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten sind für Coleman 27 Kontrollen angegeben; in welchem Zeitraum diese genommen wurden, ist nicht ersichtlich. Zusätzlich zu diesen Tests in Verantwortung von Usada lässt auch der Weltverband der Leichtathleten seine Top-Athleten regelmäßig außerhalb von Wettkämpfen testen. Usada und IU haben Anfragen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Fall Coleman bisher nicht beantwortet.

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