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Streit um Dopingstudie : Knebelvertrag für Forscher?

Rechtsbruch: Johannes Weberling, Leiter der Arbeitsgruppe Aufarbeitung und Recht an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), sieht gravierende Verstöße Bild: dpa

Der Streit um die Doping-Studie geht weiter. Bei einer Veranstaltung in Frankfurt/Oder spricht ein Wissenschaftler von einem Rechtsbruch. zudem wird die Publikation der Studie gefordert.

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          Im Streit um die Veröffentlichung einer Dopingstudie über Westdeutschland zwischen einer Forschergruppe und dem Auftraggeber, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp), droht eine juristische Auseinandersetzung. Die Projektgruppe um den Historiker Giselher Spitzer hatte sich zwei Jahre nach Beginn der Forschung, im Sommer 2011, einem Auftragsdatenverarbeitungs-Vertrag unterwerfen müssen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Er sieht vor, dass der Auftraggeber schon während der Arbeit Zugriff auf die Ergebnisse hat und dass die kopierten Quellen zum Abschluss vernichtet werden müssen. Nach Ansicht von Johannes Weberling, Jurist und Historiker, beschränkt diese Vereinbarung das Grundrecht auf Freiheit der Forschung. Der Vertrag zwischen BISp und der Humboldt-Universität in Berlin sei von der Rechtsordnung nicht gedeckt, jedenfalls nicht gewollt: „Das Verbot der Zensur macht den Vertrag nichtig“, sagte Weberling am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Europauniversität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Seine Arbeitsgruppe „Probleme gesamtdeutscher Aufarbeitung“ war Gastgeber der Veranstaltung. Weberling hatte Spitzer und Kollegen nicht wegen des am Dienstag öffentlich vorgetragenen Streites eingeladen; in Berlin hatten BISp-Direktor Jürgen Fischer und der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, auf einer Pressekonferenz das Scheitern des Projektes konstatiert.

          Spitzer spricht von Knebvelvertrag

          Vielmehr hätten er und seine Kollegen schon vor mehr als einem Jahr gezweifelt, sagte Weberling, „dass die Aufarbeitung von Doping in Westdeutschland, die augenscheinlich zu unerwünschten Ergebnissen führte, wirklich gewollt ist“. Er erwarte, dass das Bundesinstitut aufgrund der öffentlichen Diskussion eine Auflösung des Vertrages anbiete, fügte Weberling hinzu. Spitzer beklagt, dass er wegen eines solchen Knebelvertrages das Recht am Umgang mit seinem Wissen verliere und, wie in seinem Fall, erleben müsse, dass fünf brisante wissenschaftliche Arbeiten über den deutschen Sport, die er dem BISp in den vergangenen zwei Jahren geliefert habe, bis heute unveröffentlicht seien.

          Bisher verhindert das BISp die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse mit Namen von Dopern und Mitwissern unter Hinweis auf das Datenschutzgesetz. Weberling vertritt die Überzeugung, dass Doping- wie Stasi-Täter sich auf den Schutz dieses Gesetzes nicht berufen können.

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