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Hochsprung-Star Lassizkene : „Es ist einfach blamabel, ein erbärmlicher Zustand“

  • Aktualisiert am

„Die Situation ist so, dass ein sauberer, ehrlicher Athlet, der bei internationalen Wettkämpfen mit den Stärksten mithalten möchte, daran gehindert wird“: Marija Lassizkene Bild: Picture-Alliance

Marija Lassizkene ist ein Hochsprung-Star. Immer wieder fällt sie mit deutlichen Äußerungen auf. Nun übt sie harte Kritik an den Reformen in Russland, hofft auf den neuen Sportminister – und spricht über einen Nationenwechsel.

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          Russlands Hochsprung-Star Marija Lassizkene (27) hat die russischen Leichtathletik-Funktionäre hart kritisiert und hofft auf Reformen durch den neuen Sportminister Oleg Matyzin. „Ich möchte glauben, ich möchte hoffen, dass uns diese Veränderung helfen wird und Auswirkungen auf den russischen Leichtathletik-Verband hat, weil wir wirklich in einem erbärmlichen Zustand sind“, sagte die dreimalige Weltmeisterin der Nachrichtenagentur AFP.

          Lassizkene „schäme“ sich dafür, dass der russische Leichtathletik-Verband RUSAF seit November 2015 wegen des Dopingskandals vom Weltverband World Athletics gesperrt ist. „Es ist einfach blamabel, dass die Führer des Verbandes die Situation so lange nicht korrigieren konnten. Leider haben sie es noch schlimmer gemacht“, sagte Lassizkene, die hofft, als neutrale Athletin an den Olympischen Spielen in Tokio starten zu dürfen. Noch hat der Weltverband ihr diesen Status für die anstehende Saison aber noch nicht gewährt.

          „Die Situation ist so, dass ein sauberer, ehrlicher Athlet, der bei internationalen Wettkämpfen mit den Stärksten mithalten möchte, daran gehindert wird“, sagte Lassizkene: „Ich hoffe, dass ich unter diesen Umständen zumindest einen neutralen Status erhalte.“ Ein Nationenwechsel sei kein Thema. „Ich habe die russische Staatsbürgerschaft. Ich bin in Russland geboren und habe hier meine Kindheit verbracht. Ich stelle mir nicht einmal die Frage, ob ich meine Staatsbürgerschaft wechseln soll, weil ich meine Heimat liebe“, sagte sie: „Ich kann es mir nicht einmal vorstellen.“

          Lassizkene fühlt sich von den Funktionären „beraubt“, weil sie so lange nicht als Russin an internationalen Wettkämpfen teilnehmen durfte. So verpasste sie etwa als aktuelle Weltmeisterin die Teilnahme an Olympia in Rio. Vom Nachfolger des im Zuge der Affäre um den Weltklasse-Hochspringer Danil Lysenko zurückgetretenen Dimitri Schljachtin an der Spitze der Rusaf erwarte Lassizkene keine Unterstützung. „Leider sind diejenigen, die den Vorsitz übernehmen möchten, Menschen, denen ich nicht vertraue“, sagte sie: „Viele von ihnen waren in der Mannschaft von Schljachtin und ich denke nicht, dass das der Leichtathletik helfen würde.“ Der neue Präsident soll am 28. Februar gewählt werden.

          Die Welt-Anti-Doping-Agentur schloss derweil das Testlabor in Moskau am Mittwoch wieder vorübergehend. Grundlage dafür ist die Entscheidung ihres Exekutivkomitees vom 9. Dezember, teilte die in Montreal ansässige Organisation am Mittwoch mit. Die Wada hatte im vergangenen Monat herausgefunden, dass in dem Kontrolllabor gespeicherte Daten manipuliert worden waren, um die Dopingpraktiken russischer Athleten zu vertuschen.

          Der neue Wada-Chef Witold Banka (Polen) stimmte dem Ersuchen einer Expertenkommission auf eine abermalige Schließung am Dienstag zu. Die Wada hatte den russischen Sport wegen der Manipulation von Daten aus dem Kontrolllabor für vier Jahre ausgeschlossen und unter anderem einen Olympia-Bann für die russische Mannschaft ausgesprochen. Die russische Antidoping-Agentur legte dagegen Einspruch beim Cas ein, sie rechnet mit einem Urteil im April oder Mai. Das Moskauer Labor war bereits 2015 suspendiert worden, hatte im Mai 2016 aber wieder eine eingeschränkte Zulassung bekommen.

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