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Manipulation in Russland : Kreml bremst Selbstkritik nach Doping-Affären

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„Uns tut das natürlich leid. Aber man darf die Situation nicht auf den gesamten russischen Sport übertragen“, lässt ein Sprecher von Wladimir Putin ausrichten. Bild: dpa

Russland debattiert über die vielen positiven Doping-Tests. Trotz der belegten Manipulationen in der Leichtathletik werden die neuen Vorwürfe aber vorwiegend als westliche Verschwörung gegen Russland betrachtet.

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          Die Enthüllungen über fortgesetzte Manipulationsversuche und die positiven Doping-Tests von russischen Sportlern haben eine Diskussion in der russischen Politik entfacht. „Wir sehen, wie in dem Doping-Skandal ein Sportler nach dem anderen Sportler auffliegt, Athleten, auf deren Erfolg bei der Sommerolympiade wir zählen“, sagte der Parlamentsvizepräsident Igor Lebedew von den nationalistischen Liberaldemokraten.

          Er forderte eine Sondersitzung des russischen Nationalen Olympischen Komitees. Trotz der belegten Manipulationen in der russischen Leichtathletik werden die Vorwürfe vorwiegend als westliche Verschwörung gegen Russland betrachtet. Das seit dem 1. Januar im Sport verbotene Herz-Mittel Meldonium sei seinen Sportlern untergeschoben worden, behauptete der Chef des russischen Eisschnelllauf-Verbandes, Alexej Krawzow.

          Rund 50 positive Tests auf Meldonium nicht nur in Russland seit Jahresbeginn sind vermutlich auf die Unwissenheit der Athleten zurückzuführen, die offenbar nicht mitbekommen haben, dass das Mittel inzwischen verboten ist. Am Mittwoch wurde bekannt, dass nun auch drei russische Shorttrackerinnen betroffen sind. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte zum 1. September weltweit vor der Einnahme im neuen Jahr gewarnt.

          Die Fälle dokumentieren die Bereitschaft von Athleten aus vielen Sportarten, alles zur vermeintlichen Leistungssteigerung zu nehmen, was nicht verboten ist. Im russischen Parlament wächst der Unmut darüber: Die Einnahme von Meldonium sei so weit verbreitet, dass es nicht um einzelne Trainer oder Ärzte gehe, sagte der Abgeordnete Wassili Schestakow von der Kremlpartei Geeintes Russland: „Ich neige dazu, die Schuld an diesen Vorgängen beim gesamten Trainerstab zu sehen.“ Für die Aufsicht über Dopingprävention seien aber die Verbände zuständig. „Und da haben die Funktionäre versagt.“

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          Die Zeitung „Sport-Express“ sieht Russland an einem Scheideweg. „Halten wir Doping tatsächlich für ein Übel und eine Gefahr für die Gesundheit der Nation, die schwerer wiegt als unsere möglichen Siege?“, fragte das Blatt am Mittwoch. Dann müsse ernsthaft etwas getan werden. Es reiche nicht, die Vorwürfe immer wieder nur als „antirussische Kampagne im Weltsport“ abzutun. Der Ansatz zur Selbstkritik wurde vom Kreml gebremst. Es dürfe nicht sein, dass ein Schatten auf die Leistungen des russischen Sportes falle, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow. Es gehe um einzelne Fälle, einzelne Sportler: „Uns tut das natürlich leid. Aber man darf die Situation nicht auf den gesamten russischen Sport übertragen.“

          Der russische Leichtathletik-Verband muss allerdings wegen systematischen Dopings bereits den vollständigen Ausschluss von den Sommerspielen in Rio von Anfang August an fürchten. In einem Untersuchungsbericht des Internationalen Leichtathletik-Verbandes war angedeutet worden, dass die Enthüllung in der Leichtathletik nur die Spitze eines Eisbergs freigelegt habe.

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