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Julija Jefimowa : Die „Scharapowa des Schwimmens“

Julija Jefimowa war das Gesicht der Weltmeisterschaften in Kasan und gewann den WM-Titel über 100 Meter Brust. Bild: dpa

Bereits im Frühjahr 2015 ist Julija Jefimowa wegen Anabolika-Dopings gesperrt worden. Nun wurde sie positiv auf Meldonium getestet. Weitere Fälle im russischen Schwimmverband sind ebenfalls zu befürchten.

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          Die Serie der erwischten Meldonium-Konsumenten hat nun auch den Schwimmsport erreicht. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass meldet, wurde Weltmeisterin Julija Andrejewna Jefimowa positiv auf den Wirkstoff des lettischen Herzmittels Mildronat getestet, der seit Beginn des Jahres auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) steht. Julija Jefimowa droht nun eine lebenslange Sperre, da sie bereits bis Frühjahr 2015 wegen Anabolika-Dopings gesperrt worden war.

          Während die 23 Jahre alte Russin diese erste Doping-Sperre während der Weltmeisterschaften in Kasan im vergangenen August mit einem Strafzettel verglichen hatte („wenn sie zu schnell fahren, müssen sie bezahlen“), der ohnehin nur ausgestellt worden sei, weil sie ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel konsumiert habe, hatte ihr Start in Tatarstan für einige Empörung gesorgt.

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          Schließlich war ihre Sperre nicht wie üblich für zwei Jahre ausgesprochen, sondern auf 16 Monate reduziert worden – so dass sich Frau Jefimowa sich ausgiebig auf die WM in ihrer Heimat vorbereiten konnte. Das gelang ihr glänzend, sie war das Gesicht der Weltmeisterschaften in Kasan und gewann den WM-Titel über 100 Meter Brust. Auf Grund ihrer Popularität gilt sie in ihrer Heimat als „Scharapowa des Schwimmens“. Mit der Tennisspielerin teilt sie nun auch die positive Meldonium-Probe, Julija Jefimowa ist unter den rund 100 positiv auf Meldonium getesteten Sportlern nach dem Fall Scharapowa der prominenteste.

          Allerdings deutet ein Statement des russischen Schwimmverbandes, aus der die Website swimvortex.com zitiert, darauf hin, dass es auch unter den russischen Schwimmern weitere auffällige Mildronat-Nutzer geben könnte. Der Verband bestätigt, vom Internationalen Schwimmverband „bezüglich des Falls Julija Jefimowa Unterlagen über die vorläufige Suspendierung von Athleten im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln erhalten zu haben“. Der Plural kündigt weitere Fälle an.

          Erst am Mittwoch hatte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Sportminister Witali Mutko in Moskau davor gewarnt, die zahlreichen positiven Meldonium-Proben russischer Sportler zu „politisieren“ und zum Gegenstand von Verschwörungstheorien zu machen. In dieser Hinsicht hatte vor wenigen Tagen der russische Außenminister Sergej Lawrow einen Vorstoß gewagt und Antworten von der Wada verlangt, warum das lettische Medikament nach Jahren auf die Verbotsliste gesetzt worden sei. „Ist es möglich, dass Meldonium unter einem schlechten Stern steht, weil es in Lettland zur Sowjetzeit entwickelt wurde?“, hatte Lawrow im russischen Fernsehsender „REN“ gefragt.

          Wladimir Putin, zuletzt 2014 in Sotschi Gastgeber der Olympischen Winterspiele, hatte bei seinem Treffen mit Mutko nun andere Schuldige für die Serie positiver Proben ausgemacht. „Es ist offensichtlich, dass unsere Funktionäre die Relevanz dieser Fragen nicht verstanden haben“, sagte Putin. Er forderte die Sportfunktionäre zu „maximaler Transparenz“ in der Zusammenarbeit mit der Wada und dem Nationalen Olympischen Komitee auf. „Sport sollte eine ehrliche Form des Wettbewerbs bleiben“, sagte Putin. Die russische Anti-Doping-Agentur ist auf Grund des Leichtathletik-Korruptionsskandals weiterhin suspendiert, über eine Aufhebung des Startverbots russischer Leichtathleten bei internationalen Wettkämpfen - und damit bei Olympia in Rio – soll im Mai entschieden werden.

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