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Wada lässt Kontrollen zu : Die Russen testen wieder

Rusada-Gebäude in Moskau: Teilentlastung durch die Welt-Antidoping-Agentur Bild: AP

Auf Bewährung und unter Kontrolle: Die Wada hat eine Entlastung der russischen Antidoping-Behörde eingeleitet. Die Russen dürfen wieder eigenständig arbeiten, nachdem sie den Chef gewechselt haben.

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          Die Russische Anti-Doping-Agentur (Rusada) darf nach fast zwanzig Monaten Suspendierung wieder mit eigenem Personal Tests im russischen Sport planen und vornehmen. Dies geschieht vorerst unter der Aufsicht internationaler Experten und der britischen Anti-Doping-Agentur (Ukad). Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) teilte mit, dass Rusada die dafür notwendigen Bedingungen erfüllt habe: die Freigabe von Blutproben für Langzeit-Untersuchungen, die bislang blockiert worden waren, den Zugang von Kontrolleuren zu Athleten, die sich sogenannten Verbotenen Städten aufhalten, Regeln, die Interessenskonflikte verhindert sowie unabhängige Personen an der Spitze des Aufsichtsrates.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete, dass Alexander Iwlew, Managing Partner der Unternehmensberatung Ernst & Young, zum Präsidenten der Rusada gewählt worden sei. Die zunächst auf diesen Posten berufene ehemalige Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa hatte sich durch aggressive Äußerungen über Whistleblower als Hindernis bei der Neuzulassung erwiesen. Im Mai trat sie zurück und ist nun ordentliches Mitglied des Aufsichtsrates.

          Rusada war im November 2015 suspendiert worden, als systematisches Doping zunächst in der russischen Leichtathletik bekannt wurde. Inzwischen sind Doping von rund tausend russischen Athleten in nahezu allen olympischen Sportarten sowie die Manipulation russischer Doping-Proben bei den Winterspielen von Sotschi 2014 ans Licht gekommen.

          Tass schreibt beschönigend, der McLaren-Report über diese Manipulationen beschuldige „gewisse Athleten und Offizielle“. Wada-Präsident Craig Reedie ermutigte Russland, mit seinen Anstrengungen im Interesse sauberer Athleten weltweit fortzufahren.

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          Schon im September könnte demnach die Anerkennung von Rusada als übereinstimmend mit den Anti-Doping-Regularien („compliance“) festgestellt werden. Im Herbst will das Internationale Olympische Komitee entscheiden, ob zu den Winterspielen von Pyeongchang 2018 eine russische Mannschaft zugelassen wird.

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