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Anti-Doping-Gesetz : Harting äußert Ängste und erwägt Klage

  • Aktualisiert am

„ Ich fühle mich durch das Gesetz nicht geschützt“: Robert Harting Bild: dpa

Das Anti-Doping-Gesetz ist wichtig, muss aber noch grundsätzlich modifiziert werden. Eine bessere Vereinbarkeit von Strafrecht und Sportrecht scheint zwingend nötig. Das wird bei der Anhörung im Bundestag deutlich.

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          Robert Harting will klagen, und auch nach Meinung von Rechtsexperten muss das im Entwurf vorliegende Anti-Doping-Gesetz noch einmal gründlich überarbeitet werden. Professoren renommierter deutscher Universitäten und Richter verwiesen in der Anhörung des Sportausschusses im Deutschen Bundestag am Mittwoch ebenso wie die Vertreter des Sports auf überraschend viele Unzulänglichkeiten im Entwurf.

          Diskus-Olympiasieger Robert Harting forderte die Abgeordneten zu Änderungen auf. „Ich bin hier, weil ich Angst habe. Ich fühle mich durch das Gesetz nicht geschützt. Die Rahmenbedingungen, die wir Sportler brauchen, existieren nicht“, erklärte der Berliner unter Verweis auf die geplante Strafbarkeit des Besitzes von Dopingmitteln. „Meine Tasche ist bei Wettkämpfen bis zu 80 Prozent der Zeit ohne Beobachtung“, nannte Harting als Beispiel und fragte, wie er verhindern solle, dass ihm jemand unerlaubte Präparate unterschiebe.

          Er will wie die frühere Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler und eine „große Anzahl weiterer namhafter Athleten“ - so Harting - juristisch gegen das geplante Gesetz vorgehen, wenn der Entwurf nicht verändert wird. „Wir wissen: Es wird ganz schwierig. Jetzt werden wir erst einmal sehen, wie der Sportausschuss auf unsere Bedenken reagiert“, meinte Harting nach der Anhörung. „Das Gesetz ist eine Reglementierung für uns Sportler, die uns international nicht weiter bringt. Erst müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit das Gesetz wirklich zielführend ist“, fügte er hinzu. „Die Vielzahl der Regeln ist für Sportler kaum noch zu managen.“

          Die gemischten Gefühle der Sportler schilderte auch Athletensprecher Christian Schreiber. „Was passiert, wenn ein Aktiver fahrlässig oder unwissentlich in den Besitz verbotener Präparate gekommen ist? Wenn ihm Medikamente sozusagen untergejubelt werden?“, sagte er und legte Forderungen der Sportler vor. Dazu gehört auch die Frage, ob im Gegensatz zum Wada-Code das Recht auf Verweigerung einer Doping-Kontrolle bestehe. Die greife der Entwurf nicht auf.

          Der Diskus-Olympiasieger nahm an der Anhörung im Sportausschuss des Bundestages teil
          Der Diskus-Olympiasieger nahm an der Anhörung im Sportausschuss des Bundestages teil : Bild: dpa

          Auch Verantwortliche des deutschen Sports unterstrichen ihre Bedenken zu dem Gesetz-Entwurf. Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper kritisierte die Strafbarkeit von Selbst-Doping und die „Doppelsanktionierung für ein und dasselbe Delikt“. Das entscheidende Problem sei die Schnittstelle zwischen Strafrecht und Sportrecht. Diese Schnittstelle kläre das Gesetz nicht. Der Entwurf führe zu vielen Fragen, ohne Antworten zu geben. „Wir müssen mehr tun, aber doch bitte das Richtige“, forderte Vesper.

          Andrea Gotzmann, die Vorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada, hofft auf ein „ausgewogenes Gesetz“, weil dieses den Kampf gegen Doping nachdrücklich stärken würde. Professor Matthias Jahn von der Goethe-Universität Frankfurt/Main bezeichnete den Entwurf aus juristischer Sicht als „unausgereift, unklar und unverhältnismäßig“.

          Die zweite und dritte Lesung im Bundestag zum neuen Gesetz ist erst nach der Sommerpause vorgesehen. Bisher wurde erwartet, dass das Anti-Doping-Gesetz am 1. Januar 2016 in Kraft tritt.

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