https://www.faz.net/-gu9-98jup

Dopinghandel im Sport : Thomas Manns Zaubermittel

  • -Aktualisiert am

Der NFL sind zahlreiche Kunden bei „Thomas Mann“ bekannt. Gesperrt wurde bisher niemand. Bild: AFP

Ein Rechtsanwalt aus Arizona verschickt Doping-Präparate in alle Welt. Prominente Kunden, etwa aus der NFL, sind bekannt – und werden doch nicht gesperrt.

          3 Min.

          Seine wahre Identität war hinter einem berühmten Decknamen versteckt. Er nannte sich „Thomas Mann“. Sein Geschäft wickelte er online ab, aber ohne eine Website. Nur eine Email-Adresse kursierte in einschlägigen Foren, in denen sich erfahrene Kunden und neugierige Novizen über die Wirksamkeit der gelieferten Substanzen austauschten: „Hey, ich habe einen Spitzen-Pep-Lieferanten für dich“.

          Der Verdacht, dass es sich bei dieser Person um einen der erfolgreichsten Dopinghändler auf der Welt handelte, konnte ein größeres Publikum erstmals vor zwei Jahren in einem Dokumentarfilm des Fernsehsenders Al Dschazira mutmaßen, wo man mit versteckter Kamera die Arbeit von Ärzten und Zwischenhändlern aufgedeckt hatte. Titel: „The Dark Side“, die dunkle Seite. Nun ergab eine umfangreiche Recherche der „New York Times“, wer hinter dem Pseudonym steckt: Ein Amerikaner, der von seinem Haus in einem Vorort von Phoenix in Arizona aus Spitzenathleten und Amateure versorgte – mit Peptidhormonen wie dem Wachstumshormon HGH und insulinähnlichen Wachstumsfaktoren wie IGF-1, das das Größenwachstum von Muskelzellen beeinflussen kann und bei Dopingtests kaum identifiziert wird.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Familienministerin Giffey im Oktober beim Familiengipfel im Kanzleramt

          Plagiatsfall Giffey : Versagen auf der ganzen Linie

          „Kein mittelschweres Plagiat, kein Bagatellfall“: Bevor Giffey zur Berliner SPD-Vorsitzenden gewählt werden soll, zeigt ein Gutachten eine Reihe von Rechtsverstößen. Hat die Rechtsaufsicht des Landes versagt?
          Friedrich Merz in Berlin am Sonntag auf dem Weg zu den Beratungen über den CDU-Parteitag.

          Soll er verhindert werden? : Merz spaltet die Partei

          Es gibt genug Staatsmänner in der Welt, die mit Populismus, Narzissmus, Schaumschlägerei und Verschwörungsdenken glänzen. Will nun auch die CDU einen solchen Mann an ihrer Spitze haben?