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„Operation Aderlass“ : Radweltverband sperrt früheren Sprintstar Petacchi

  • Aktualisiert am

Gibt sich unschuldig: Alessandro Petacchi. Bild: AFP

Der Erfurter Blutdoping-Skandal zieht weitere Sperren nach sich: Nun wurde ein ehemaliger Superstar wegen möglicher Verbindungen zum Arzt Mark.S. vom internationalen Radsportverband suspendiert.

          Der Radsportweltverband UCI hat im Zusammenhang mit dem Blutdoping-Skandal um den Mediziner Mark S. unter anderem gegen den früheren italienischen Sprintstar Alessandro Petacchi eine vorläufige Sperre ausgesprochen. Neben Petacchi, der noch am Dienstag jegliche Beteiligung bestritt, sind die beiden Slowenen Kristijan Koren und Borut Bozic sowie der Kroate Kristijan Durasek betroffen.

          Die UCI erklärte, sie habe Informationen von österreichischen Strafverfolgungsbehörden erhalten und daraufhin gehandelt. Bei Petacchi gehe es ebenso wie bei Koren und Bozic, der Ende 2018 seine Laufbahn beendete, um den Gebrauch verbotener Methoden der Leistungssteigerung in den Jahren 2012 und 2013. Durasek soll 2017 die Anti-Doping-Regularien verletzt haben.

          Koren (32/Bahrain-Merida) und Durasek (31/UAE Team Emirates) sind derzeit noch aktive Rennfahrer. Koren nahm als Teamkollege des Italieners Vincenzo Nibali am 102. Giro d“Italia teil, wurde aber vor Beginn der 5. Etappe aus dem Rennen genommen. Durasek fuhr am Dienstag noch die 3. Etappe der Kalifornien-Rundfahrt. Koren war achtmal, Durasek fünfmal bei der Tour de France am Start, beide füllten stets klassische Helferrollen aus.

          Petacchi, der 22 Giro-Etappen gewonnen hat und mittlerweile TV-Experte in seiner Heimat ist, sagte noch am Dienstag: „Ich habe erfahren, dass dieser Mark S. ein Arzt bei Milram war, als ich dort gefahren bin. Vielleicht hat er sich um die deutschen Fahrer gekümmert. Ich bin aber nie in seine Praxis in Deutschland oder anderswo gegangen, hatte noch nie eine Bluttransfusion. Ich habe keine Ahnung, warum mein Name in der Datei auftaucht.“

          Erst am Sonntag hatte der frühere deutsche Profi Danilo Hondo für das Jahr 2011 in einem Interview mit der ARD-Dopingredaktion Blutdoping eingeräumt und war daraufhin als Schweizer Nationaltrainer fristlos entlassen worden. Danach folgten Anschuldigungen gegen Petacchi, die zunächst die Tageszeitungen Corriere della Sera (Italien) und Le Monde (Frankreich) veröffentlicht hatten. Sieben aktuelle oder ehemalige Radprofis sind nunmehr in die Folgen der sogenannten „Operation Aderlass“ verwickelt.

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