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Radsport-Kommentar : Holczer unter Druck

  • -Aktualisiert am

Hans-Michael Holczer Bild: dapd

Hans-Michael Holczer wetterte mit Verve gegen jedweden Missbrauch im Radsport. Stefan Schumacher jedoch erzählt in seiner späten Doping-Beichte von Spaghetti und Spritzen in Holczers Team. Es könnte sein, dass einem bald die Augen aufgehen.

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          Ein Mann, ein Wort: ahnungslos. Wird häufig verwendet von Hans-Michael Holczer. Jedenfalls, wenn es um seinen früheren Rennstall, das Team Gerolsteiner, geht und um das Thema Doping. Nichts gewusst angeblich von den Umtrieben in der unmittelbaren Umgebung, dabei ist den Radprofis doch regelmäßig ein großes Menü aufgetischt worden.

          Mit Spaghetti und Spritzen und allerlei anderen branchenüblichen Spezialitäten. Man hatte sich ja seit langem schon gedacht, dass es so gewesen sein musste, Stefan Schumachers Erzählungen bestätigten den Eindruck nun.

          Und Holczer? War jahrelang mittendrin, wetterte mit Verve gegen jedweden Missbrauch in seinem Sport, über den es immer wieder Enthüllungen gab. Und behauptet weiterhin steif und fest, kein Dulder, kein Mitwisser gewesen zu sein. Schwer nachzuvollziehen, noch dazu bei einem Mann, der Mathematiklehrer war und das Einmaleins beherrschte, auch das des Radsports, dem er innig verbunden ist.

          Klar, er sprach schon mal von Auffälligkeiten bei einem seiner Profis, von verrutschten inneren Werten. Schilderte aber auch seine vermeintliche Ohnmacht, die Schwierigkeit, allein bei einem Verdacht juristisch aktiv werden zu können. Jetzt aber ist Holczer unter Druck geraten durch Schumachers späte Doping-Beichte. Und demnächst sieht man sich, vor dem Landgericht Stuttgart, im Betrugsprozess gegen Schumacher. Könnte sein, dass einem dabei die Augen aufgehen. Auch Holczer.

          „Ich habe Epo genommen, auch Wachstumshormon und Kortikosteroide“: Stefan Schumacher
          „Ich habe Epo genommen, auch Wachstumshormon und Kortikosteroide“: Stefan Schumacher : Bild: dapd

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