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Kommentar : Die Kritiker der Radsport-Elche

  • -Aktualisiert am

Femke Van Den Driessche wurde mit einem Elektromotor in ihrem Rennrad erwischt. Bild: AFP

Motor-Doping im Radsport ist Betrug. Aber letztlich, zumindest bei offiziellen Rennen, ist diese Form relativ leicht zu bekämpfen – viel leichter jedenfalls als das Blut- und Chemo-Doping.

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          Am erstaunlichsten ist, was Eddy Merckx zum Thema zu sagen hat. Den größten aller Pedaleure aus einer Zeit, da Stars wie er quasi als fahrende Chemielabors unterwegs waren, treibt nun plötzlich die Sorge um die Sauberkeit des Radsports. Anlass ist der Fall der belgischen Rennfahrerin Femke Van Den Driessche, in deren Wettkampfrad man in der vergangenen Woche im U-23-Rennen der Cross-WM einen Elektromotor entdeckt hat.

          Merckx, fünffacher Tour-de-France-Sieger und Mitorganisator der aktuellen Rundfahrt in Qatar, hat nun – gut gebrüllt – lebenslange Sperren für erwischte „Motor-Doper“ gefordert. Das hört sich aus seinem Mund etwas eigenartig an, denn von ihm war sehr, sehr viele Jahre lang nichts zu hören, als es um die Herren Armstrong und Kollegen ging, die zur Perfektion trieben, was die Generation Merckx ins Laufen gebracht hatte: den hemmungslosen Konsum von Schnellmachern aus der pharmakologischen Hexenküche.

          Wer jemals ein Rad mit Motor gefahren hat und halbwegs auf dem Stand der Technik ist, weiß, dass es längst Antriebe gibt, die sich problemlos in Rahmen und Naben von Rädern, auch von Rennmaschinen, verstecken lassen. Und natürlich wird es Fahrer und Fahrerinnen geben, die es auf einen Versuch ankommen lassen. Auch bei den Männern gibt es entsprechende Gerüchte. Der Schweizer Star Fabian Cancellara war vor Jahren einer der ersten Verdächtigen, doch überführt wurde bislang keiner.

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          Der internationale Radsportverband hat bei großen Rennen technische Kontrollen eingeführt, und es ist nichts leichter, als ein Rennrad zu durchleuchten oder die Tretlager auszubauen und zu überprüfen. Chancen für Motor-Doper im Spitzen-Radsport gibt es allerdings noch, solange es erlaubt ist, Rennmaschinen unterwegs zu wechseln. Die eine flugs auf dem Dach des Teamautos verstaut, die andere auf die Straße gehoben – und schon fährt der Technik-Doper sauber ins Ziel, wo die Kontrolleure warten.

          Hier ist der Verband gefordert, eine Lösung zu finden. Motor-Doping ist Sportbetrug, aber letztlich zumindest bei offiziellen Rennen relativ leicht zu bekämpfen, viel leichter jedenfalls als das Blut- und Chemo-Doping, deren Urväter sich mit Ratschlägen ein wenig zurückhalten sollten. Denn merke: Solche Kritiker der Radsport-Elche waren früher selber welche.

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