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Radsport : Bremer scheitert vor dem OLG

Bild: dpa

Der Bundestags-Abgeordnete Peter Danckert hatte Burckhard Bremers korrektes Verhalten im Dopingfall Sinkewitz in Frage gestellt. Das OLG gab dem Kritiker nun recht.

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          Das Oberlandesgericht Hamburg hat die Berufung des Radsportfunktionärs Burckhard Bremer gegen ein Urteil des Landesgerichtes zurückgewiesen. Das teilte das Gericht am vergangenen Dienstag auf Anfrage mit. „Der 7. Senat ist der Ansicht, dass die Äußerungen zu Herrn Bremer von der Meinungsfreiheit gedeckt sind.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der scheidende Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) hatte versucht, eine Unterlassungserklärung gegen den Bundestags-Abgeordneten Peter Danckert zu erwirken.

          Er hatte Bremers korrektes Verhalten in dem vom Verband offenbar vertuschten Dopingfall Patrik Sinkewitz bei der Junioren-WM 2000 in Plouay in Frage gestellt. Damals war der später zweimal positiv getestete Athlet unter fadenscheinigen Gründen nach Hause geschickt worden, obwohl Verbandsmitglieder bei Sinkewitz Blutwerte festgestellt hatten, die auf den Einsatz des Blutdoping-Mittels Erythropoietin (Epo) hinwiesen.

          Im Deutschlandfunk hatte Danckert dazu erklärt: „Was ist denn mit dem Sportdirektor Bremer, der heute immer noch tätig ist, obwohl Sinkewitz offensichtlich unwidersprochen gesagt hat - und Weibel (einst Bundestrainer im BDR) hat das ja eingeräumt -, dass Bremer das sozusagen gewusst oder geduldet hat? Was ist denn daraus geworden? Es gibt keine Klage von Herrn Bremer auf Unterlassung oder was auch immer. Also gehe ich davon aus, dass dieser Sachverhalt zutreffend ist.“

          Bremer klagte nach dieser Äußerung auf Unterlassung. Vor dem Landgericht verlor er, weil der damalige Bundestrainer Weibel erklärte, der BDR-Sportdirektor habe von den Ereignissen in Plouay Kenntnis gehabt. „Nach dem Ergebnis der Vernehmung des Zeugen Peter Weibel steht zur Überzeugung der Kammer fest, dass dieser den Kläger während der WM telefonisch über erhöhte Hämatokritwerte informiert hat“, teilte das Gericht mit. Ein hoher Hämatokritwert gilt als Indiz für Blutdoping mit Epo.

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