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Radsport : Betrugsprozess gegen Schumacher

Damals in China: Schumacher nach dem olympischen Straßenrennen 2008 in Peking Bild: dpa

Das Langericht muss nun in einem Strafprozess über den Fall Stefan Schumacher urteilen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Radprofi vor, seinen früheren Arbeitgeber durch Doping betrogen zu haben.

          Das Landgericht Stuttgart muss den Fall des Radprofis Stefan Schumacher neu aufrollen. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hat ein Strafverfahren gegen den früheren Fahrer des damaligen Gerolsteiner-Teams eröffnet. Damit gab das OLG einer Beschwerde der Stuttgarter Staatsanwaltschaft statt, die sich gegen den Beschluss der fünften Kammer des Stuttgarter Landgerichts vom Januar wandte, ein Strafverfahren gegen Schumacher nicht zu eröffnen.

          Die Staatsanwälte sind überzeugt, Schumacher habe seinen Arbeitgeber 2008 betrogen, indem er Gerolsteiner versicherte, nie mit dem Dopingmittel Cera in Berührung gekommen zu sein und 2008 von Juli bis September 150.000 Euro Gehalt bezog. „Wir haben das Monopol auf die Strafverfolgung und der Fall ist für uns von so elementarer rechtlicher Bedeutung, dass wir die Entscheidung des Landgerichts nicht einfach auf sich beruhen lassen konnten“, sagte die Stuttgarter Staatsanwältin Claudia Krauth.

          Deshalb sei man vor das OLG gezogen, das einen hinreichenden Tatverdacht nun ebenfalls erkannte. Das Verfahren nimmt somit eine andere Wendung als die Ermittlungen gegen Jan Ullrich, den Tour de France-Sieger von 1997. Das Ermittlungsverfahren wegen Betruges zu Lasten des Rennstalls T-Mobile gegen Ullrich war im Jahre 2008 gegen Zahlung einer Geldauflage von der Bonner Staatsanwaltschaft eingestellt worden.

          Schumacher war 2008 zunächst bei der Tour de France im Juli, anschließend auch bei den Olympischen Spielen positiv auf das Dopingmittel Cera getestet worden. Anschließend war er vom Radsportweltverband für zwei Jahre gesperrt worden, der Internationale Sportgerichtshof bestätigte das Urteil. Schumacher hat Doping mit Cera stets abgestritten. Seit Ablauf der Sperre im August 2010 fährt Schmacher für das unterklassige Miche-Team aus Italien. Wann gegen Schumacher verhandelt wird, ist derzeit noch unklar, möglicherweise erst 2012.

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