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Österreich : Neues aus dem Sumpf: Gedopt durch den Prater

  • Aktualisiert am

Susanne Pumper nach dem Wien-Marathon 2006 Bild:

Wieder ist eine Athletin des ehemaligen Leipziger Sportmediziners Helmut Stechemesser positiv getestet worden, die Marathonläuferin wurde suspendiert. Damit sorgen abermals Doping-Schlagzeilen aus Österreich für Aufregung.

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          Österreichs Leichtathletik sorgt wieder für Doping-Schlagzeilen – und abermals ist eine Athletin des ehemaligen Leipziger Sportmediziners Helmut Stechemesser positiv getestet worden. Die 37 Jahre alte Marathonläuferin Susanne Pumper lieferte bei einem Halbmarathon im Wiener Prater am 9. März eine auffällige A-Probe ab. Noch ist nicht bekannt, welche Substanz entdeckt wurde. Pumper hält alle österreichischen Rekorde von 3000 Meter bis hin zum Halbmarathon. Sie wurde bis zum Ergebnis der B-Probe suspendiert.

          Stechemesser trainierte auch die slowenische 800-Meter-Hallenweltrekordlerin Jolanda Ceplak, die im Juni 2007 mit dem Ausdauer-Doping-Mittel Erythropoetin erwischt wurde. Zu seinen österreichischen Athletinnen zählten die 800-Meter-Olympiazweite Stephanie Graf (2000) und die 1500-Meter-Olympiadritte Theresia Kiesl (1996). In Kiesls Wohnung wurden 1998 Wachstumshormon und Anabolika sichergestellt.

          Abgelöst von der Freundin des lebenslang gesperrten Langlauftrainers

          Susanne Pumper war erst am Wochenende in Linz als Österreichs Marathonrekordlerin (2:32:21 Stunden im Jahr 2006) abgelöst worden. Eva Maria Gradwohl, die in 2:30:51 Stunden die Olympia-Qualifikation für Peking schaffte, ist die Lebensgefährtin des ehemaligen Skilanglauftrainers Walter Mayer. Mayer ist wegen der sogenannten „Blutbeutel-Affäre“ bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin lebenslang von olympischen Einsätzen ausgeschlossen worden.

          Erst im Dezember 2007 hatte der österreichische Hürdensprinter Elmar Lichtenegger wegen eines Doping-Falls seine Karriere beendet. Er wurde wie schon 2003 positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet. Wilhelm Lilge, der Sportkoordinator des Pumper-Heimatvereins LCC Wien, hatte die Kontrolle durch das Nationale Anti-Doping-Komitee (ÖADC) am 9. März selbst veranlasst: „Ich wollte Klarheit, nachdem eine Athletin von uns, namentlich Susanne Pumper, in der Öffentlichkeit mit Doping in Verbindung gebracht worden ist“, sagte Lilge. „Deshalb habe ich diese unangekündigten Tests beim ÖADC angefordert, um Frau Pumper eine faire Chance zu geben.“

          In der Vergangenheit gab es Fehler im Labor

          In Wien wurden neben Pumper noch zwei andere Athletinnen überprüft: Gradwohl und die Slowenin Helena Javornik. Javornik gewann den Halbmarathon am 9. März in 1:11:54 Stunden vor Pumper (1:14:12) und Gradwohl (1:15:21). Der Test Pumpers wurde im Labor von Seibersdorf analysiert, wo unlängst eine positive Probe verwechselt worden war.

          Susanne Pumper bestritt, je etwas Verbotenes genommen zu haben. „Ich werde nun entsprechende Fachleute einbinden, die das Untersuchungsprotokoll der A-Probe, das ich bereits angefordert habe, genau analysieren.“ Der Sportdirektor des österreichischen Leichtathletik-Verbandes sagte: „Das tut sehr weh, Pumper ist ein absolutes Aushängeschild von uns.“ Die Wienerin hat bislang das Limit für Olympia in Peking knapp verpasst.

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