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Neue Testbehörde bei Olympia : Erstmals unabhängige Dopingkontrollen

  • -Aktualisiert am

Doping-Kontrolle im russischen Sotschi: Bei den nächsten olympischen Spiele werden diese von einer unabhängigen Stiftung vorgenommen. Bild: dpa

Es ist ein Novum in der olympischen Geschichte: Bei den Winterspielen in Pyeonchang kümmert sich eine neu gegründete Organisation, die ITA, um die Doping-Kontrollen. Damit reagiert das IOC auf anhaltende Kritik.

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          Die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang werden die ersten Spiele sein, bei denen das Doping-Testprogramm von einer unabhängigen Behörde geleitet wird. Die „Independent Testing Authority“, eine in der Schweiz zu gründende Stiftung, soll in Zukunft diese Arbeit vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) übernehmen. Die IOC-Exekutive beschloss in Lausanne das Geschäftsmodell.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Zunächst wird die ITA noch vom IOC finanziert, später soll sie gegen Honorar auch für möglichst viele Weltverbände arbeiten und wirtschaftlich unabhängig werden. Auch der Vorsitzende und ein weiteres Mitglied des fünfköpfigen Vorstands sollen unabhängige Personen sein. „Wir werden noch assistieren“, sagte Richard Budgett, der IOC-Direktor für Medizin und Wissenschaft, in einer Pressekonferenz, „aber sie werden in Pyeongchang arbeiten, wenn auch in einer vorläufigen Form.“

          Die ITA wird künftig festlegen, wer bei Olympischen Spielen getestet wird, wann er getestet wird und auf welche Substanzen. Auch das Verfahren bei positiven Fällen werde von der ITA überwacht, „so dass das IOC in nichts mehr eingebunden ist und keine Interessenkonflikte entstehen können“, sagte Budgett. Bereits für die Sommerspiele 2016 hatte das IOC die Rechtsprechung bei Dopingfällen aus der Hand gegeben. In Rio führte eine Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs Cas die Verfahren.

          Angesichts des zuletzt wieder massiv in den Blickpunkt geratenen Doping-Problems ist das IOC unter Zugzwang. Das mit staatlicher Hilfe organisierte Doping-Programm in ihrem Land hatte zum Ausschluss der russischen Leichtathleten und Gewichtheber von Rio geführt. Laut dem Bericht des kanadischen Juristen Richard McLaren kam es zu russischen Manipulationen während der Winterspiele 2014 in Sotschi. Nachtests der Proben von Peking 2008 und London 2012 hatten zu mehr als 100 positiven Ergebnissen geführt. Ein Nach-Testprogramm für Vancouver 2010 und Sotschi 2014 ist noch im Gang.

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