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Doping-Tests fraglich : Nada schränkt Kontrollen ein

Nur eingeschränkt handlungsfähig: Auch die Dopingkontrolleure sind durch das Coronavirus an normaler Arbeit gehindert. Bild: dpa

Das Coronavirus hat Folgen für den Kampf gegen Doping. In weiten Teilen Europas steht das Kontrollsystem in Frage. Die Nada will aber den Kreis potenzieller Olympiateilnehmer abdecken.

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          Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) muss ihre Kontrollprogramm unter dem Einfluss der Restriktionen im öffentlichen Leben einschränken. „Das Doping-Kontrollsystem wird zurückgefahren“, sagte Nada-Vorstand Lars Mortsiefer auf Anfrage. „Die Gesundheit aller steht im Vordergrund. Solange die Olympischen Spiele aber wie geplant stattfinden sollen, versuchen wir zumindest, in diesem Bereich weiter zu testen, um die sauberen deutschen Athletinnen und Athleten weiterhin zu unterstützen.“ Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Wochenende beteuert, dass die Sommerspiele wie geplant Mitte Juli beginnen sollen.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Anti-Doping-Experten weisen immer wieder darauf hin, dass professionelle Doper lange vor ihrem Saison-Höhepunkt beim Training zu verbotenen Stoffen greifen, die vor allem die Regenerationszeit verkürzen und deshalb längere und intensivere Belastungen erlauben. Diese Phase beginnt bei einem Wettkampf Mitte Juli oder Anfang August spätestens zum Ende des Winters. Deshalb legen Anti-Doping-Agenturen besonderen Wert auf Trainingskontrollen. Ungenügende Doping-Kontrollen im Vorfeld von Olympia können während der Spiele nicht mehr aufgefangen werden, weil der Nachweis der meisten im modernen Doping verwendeten Substanzen im Körper nicht so lange möglich ist. In Deutschland müssen alle potentiellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Olympischen Spielen mindestens sechs Monate vor Eröffnung in einem Testpool der Nada sein.

          hat ihre Kontrollen zurückgefahren.„Unsere Dienstleistung für den sauberen Sport funktioniert nur, wenn der Leistungssport mit seinen Sportveranstaltungen und Trainingsmaßnahmen wie gewohnt geregelt ist. Dies ist aber im Moment und wohl auch in den nächsten Wochen nicht der Fall“, sagte Mortsiefer. Angesichts der Maßnahmen der Behörden in Italien, Spanien, Frankreich und Österreich ist teilweise schon in diesen Tagen mit einer Kontrollunterbrechung in großen Sportnationen Europas zu rechnen.

          Kontrollen abbrechen?

          Der Jurist Mortsiefer räumte ein, dass Athleten eine Kontrolle unter Hinweis auf eine Infizierung mit dem Coronavirus verweigern könnten, falls die Voraussetzungen dafür gegeben sind: „Es gilt immer noch das Anti-Doping-Regelwerk, so dass eine ,Ablehnung oder Weigerung‘ einer Kontrolle immer begründet sein muss. Die Gründe dafür sind in der Regel sehr restriktiv zu behandeln. Wir haben derzeit allerdings eine Ausnahmesituation, in der behördliche Anordnungen zur Quarantäne und Ausgangs- oder Umgebungsbeschränkungen ausgesprochen werden. Diesen ist Folge zu leisten. Es kann dazu führen, Kontrollen abzubrechen oder nicht durchzuführen.“

          Dass es nicht nur einer Epidemie bedarf, unkontrolliert bei Sommerspielen antreten zu können, bewies Brasilien 2016. Das Gastgeberland der Spiele von Rio de Janeiro hatte einen Monat lang „führende Athleten“ nicht behelligt, wie die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada seinerzeit der Londoner „Times“ bestätigte.

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