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Doping im Radsport : Rasmussen hält biologischen Pass für Feigenblatt

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Überführter Doper: Michael Rasmussen glaubt nicht an einen Bewusstseinswandel im Radsport Bild: AFP

Michael Rasmussen hat Zweifel am angeblichen Bewusstseinswandel im Radsport. Der einstige Spitzenfahrer und überführte Dopingsünder hält die Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf für unzureichend.

          Der frühere Radprofi Michael Rasmussen hält den biologischen Pass für ein Feigenblatt im Kampf gegen Doping: „Wann haben wird das letzte Mal einen Radsportler gehabt, der einen Test auf Grundlage des biologischen Passes nicht bestanden hätte? Aber es ist ein guter Weg, der Welt eine Geschichte zu verkaufen: Dass wir alles kontrollieren können durch den biologischen Pass“, sagte der Däne, 2007 bis zu einem Ausstieg wegen Doping-Vorwürfen Träger des Gelben Trikots bei der Tour de France, dem Westdeutschen Rundfunk: „Meine Werte aus 2007 würden im biologischen Pass keine Alarmglocken schrillen lassen. Also grundsätzlich könnte ich heute, zehn Jahre später dasselbe machen wie damals, als bester Radprofi in der Tour de France.“

          Im biologischen Pass werden Daten wie Blutwerte nach Doping-Kontrollen festgehalten, die als Grundlage für indirekte Nachweisverfahren von Doping dienen sollen. Rasmussen hatte 2013 zugegeben, über zwölf Jahre hinweg Doping-Mittel eingenommen zu haben.

          Zweifel an Bewusstseinswandel

          In einem Beitrag der WDR-Sendung „Sport-Inside“ zweifelt der zweimalige Gewinner des Bergtrikots an einem Bewusstseinswandel im Profi-Radsport, wie ihn Protagonisten beteuern: „Ich kann sehen, dass die Radprofis grundsätzlich so schnell fahren, wie wir es zehn Jahre zuvor getan haben. Es wäre sehr schlecht, wenn man ihnen vorwerfen würde, sie würden dopen, obwohl sie es nicht tun. Aber das ist das Erbe des Radsports. Sie müssen damit leben, was Lance Armstrong oder auch ich und eine Menge anderer Radprofis zehn Jahre zuvor gemacht haben.“

          Das Erbe erstreckt sich auch auf die Betreuung der gegenwärtigen Generation von Radrennfahren, die mitunter beteuern, das Zeitalter der unsauberen Methoden sei vorbei. Bei der vergangenen Tour de France arbeiteten in vierzehn Rennställen 22 ehemalige Radprofis mit einer veritablen Doping-Vergangenheit, unter anderem in Führungspositionen wie Wjatscheslaw Jekimow Jekimow als Generalmanager bei Katusha. Er diente jahrelang als Edelhelfer des notorischen Dopers Armstrong. Die Debatte über eine neue Zeit im Radsport hatte jüngst mit der unfreiwilligen Veröffentlichung von Ausnahme-Genehmigungen für Stars der Szene neuen Schwung bekommen. Unter anderem erstritten die Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins und Christopher Froome mit einer therapeutischen Begründung die Einnahme verbotener Mittel (Kortison) zumindest während der Rennen.

          Rassmussen äußerte sich in einem Beitrag von „Sport Inside“ zur Finanzierung des Starts der Tour de France 2017 in Düsseldorf. Die Kosten werden auf zwölf Millionen Euro geschätzt, von denen die Kommune angeblich wenigstens sechs zahlen muss, obwohl der größte Teil privat finanziert werden sollte. 2015 hat die Startphase der Tour den Ausrichter Utrecht, das erklärte der Bürgermeister der niederländischen Stadt, 15 Millionen Euro gekostet.

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