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Olympische Winterspiele : Staats-Doping lohnt sich

Das Wort Staats-Doping kam IOC-Präsident Thomas Bach partout nicht über die Lippen. Bild: GILLIER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Nominierung verläuft intransparent. Aber das Team „Olympischer Athleten aus Russland“ wird bei den Winterspielen etwa so groß sein wie das deutsche. Die Verantwortung dafür trägt das IOC und sein Präsident. Ein Kommentar.

          1 Min.

          Jetzt kommt sie so richtig in Schwung, die russische Schlittenfahrt Richtung Südkorea. Wer wollte an Alexander Schukows Worten zweifeln? Rund 200 russische Sportlerinnen und Sportler erwartet der Chef des derzeit gesperrten Nationalen Olympischen Komitees Russlands im Aufgebot für Pyeongchang. Sollte es Probleme geben bei der Nominierung, droht der stellvertretende Vorsitzende der Staatsduma mit weiteren Klagen vor dem Sportschiedsgerichtshof Cas in Lausanne. Ähnlich wie Witalij Mutko – der lebenslänglich vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gesperrte Cheforganisator der Fußball-Weltmeisterschaft hatte bereits Ende vergangener Woche angekündigt, die verlangten 15 Millionen Dollar erhalte das IOC nur, wenn es keine weiteren Strafen gebe – geht es Schukow nur um eines: dass die russischen Erwartungen erfüllt werden. Am Freitag wird mit dem IOC Näheres besprochen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Zählen wir mal zusammen – beziehungsweise ab: 232 Athleten waren für Russland in Sotschi am Start. 31 sind inzwischen gesperrt, weil sie Teil des staatlichen Doping-Programms waren. Sie klagen vor dem Cas gegen ihren Ausschluss, die Zeit rennt ihnen davon. Doch selbst wenn ihr Versuch, sich nach Pyeongchang zu klagen, scheitert, merkt nun jeder mathematisch mittelmäßig begabte Grundschüler: Doping lohnt sich, Staats-Doping erst recht. Und selbstverständlich ist Schukow, Mutko und allen anderen maßgeblichen Figuren im russischen Sport aufgefallen, dass Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, ihnen vergangene Woche einen ganz großen Gefallen getan hat, als ihm das Wort Staats-Doping partout nicht über die Lippen kam. Mit so viel Schützenhilfe lassen sich die Lügengebäude noch viel besser zimmern: schneller, höher, stärker.

          Wie viele Sportler tatsächlich nach Pyeongchang fahren, steht noch nicht fest. Das IOC hat den Nominierungsprozess in dichten Nebel gehüllt. Werden die Analysen der Welt-Anti-Doping-Agentur, die Auswertung der Daten aus dem Moskauer Labor einbezogen? Wenn ja, wie? All das ist intransparent, all das lässt befürchten, dass sich die Dinge weiter nach Plan entwickeln für Schukow, die russischen Sportler, die Staats-Doping-Leugner. Die Verantwortung dafür trägt das IOC und sein Präsident. Und selbst wenn die Auswertung der Betrugsdatei den Start von 30, 40 oder gar 50 russischen Sportlern verhindern sollte, wird das Team der „Olympischen Athleten aus Russland“ in etwa so groß sein wie das deutsche. Sie alle, darauf legte Bach vergangene Woche explizit wert, werden vom IOC eingeladen. Der Schlitten, mit dem die Russen auf Pyeongchang zurasen, ist ein Doppelsitzer.

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