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Kommentar : Erpressung im Kampf gegen Doping

  • -Aktualisiert am

Eine Verzögerung des geplanten Anti-Doping-Gesetzes wäre fatal Bild: dpa

Durch den Vorschlag von CDU- und Fußballmann Reinhard Grindel könnte sich das geplante Anti-Doping-Gesetz verzögern, wenn nicht gar in Frage stellen. Das wäre fatal. Grindels Argumentation ist frei von Inhalt.

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          Das ist Erpressung: Nichts anderes dokumentiert die Haltung des CDU- und Fußballmannes Reinhard Grindel, seine Zustimmung zum geplanten Anti-Doping-Gesetz plötzlich abhängig zu machen von der Verabschiedung eines Gesetz gegen die Wettmanipulation.

          Diese Argumentation ist frei von Inhalt. Sie kommt überraschend, weil sich der CDU-Obmann im Sportausschuss noch Anfang Februar für die vom Sport strikt abgelehnte Strafverfolgung dopender Athleten ausgesprochen hatte. Was reitet den Schatzmeister des DFB? Zumal der Kampf der Politik gegen die Verschiebung von Spielen zurecht im Koalitionsvertrag fixiert ist.

          Dieser unfaire Eingriff in den Sport bedroht dessen Existenz. Aber Doping tut das seit Jahrzehnten. Dahinter aber stehen nicht nur mafiöse Banden, sondern leider auch Sportfunktionäre, -Politiker, -Ärzte. Hätte es in den achtziger Jahren ein scharfes Anti-Doping-Gesetz gegeben, dann wären die Anabolika-Lieferungen an den VfB Stuttgart vor Gericht gelandet.

          Die Ermittlungen gegen den Mediziner Klümper wegen Rezeptbetruges hätten sich zu einem Doping-Verfahren entwickelt mit wünschenswerten Folgen: Aufdeckung, Verurteilung, Ächtung und, ja, wohl auch einer Rettung für diese oder jenen. Denn im Gegensatz zu den Wett-Betrügern riskieren Doper nicht nur die Glaubwürdigkeit des Sports. Sie nehmen langfristig Krankheit in Kauf und einen frühen Tod. Wenn dieser Haltung überhaupt beizukommen ist, dann nur mit dem avisierten Gesetz. Grindels Vorschlag würde es verzögern, wenn nicht gar in Frage stellen. Das wäre fatal.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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