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Russischer Dopingskandal : Schmutzige Tricks der Saubermänner

2010 droht der Läuferin offenbar eine Doping-Sperre. „Nach der russischen Meisterschaft sagte einer der Trainer, als er betrunken war, dass ich positiv getestet worden sei und sanktioniert werden würde“, schreibt sie: „Natürlich begann mein Trainer, die Leute anzurufen, von denen er die verbotenen Mittel kaufte, die Rodschenkow kannten, den Direktor des Labors, um herauszufinden, ob die Information stimmte. Diese Leute und Rodschenkow entschieden, Kasse zu machen. Ich erinnere mich nicht mehr genau, wie es geschah, (...) aber ich habe persönlich rund 1000 Dollar zu einem Freund von Rodschenkow gebracht, und er garantierte, dass ich mir keine Sorgen machen müsste. Am selben Tag rief Rodschenkow meinen Trainer an und erklärte, wie alles passiert sei, aber da wir Geld gezahlt hatten, wird nichts herauskommen.“

Abnormale Blutwerte

Winter 2010/2011, zum ersten Mal unter der Aufsicht von Sergej Portugalow: Oxastenon (5. Dezember–25. Dezember).

„Er sagte mir, dies sei eine Kombination aus Oral Turinabol und Oxandrolon und etwa 35 Tage nachweisbar. Er sagte mir, ich solle mit einer Tablette am Tag beginnen und, falls meine Muskeln das mitmachten, auf eineinhalb Pillen erhöhen. Ich nahm Oxastenon vom 5. Dezember bis zum 25. Dezember 2010. Herr Portugalow hatte recht, eineinhalb Pillen waren zu viel für mich, meine Muskeln krampften zu sehr.“

Zusätzlich: Testosteron (29. und 31. Dezember, 3. Januar, 6. und 10. Februar), Oxandrolon (3. Januar bis 24. Januar), Epo (2000 ME, 10. bis 13., 15., 17., 19., 21. Januar, 7. und 10. Februar).

„Meine Blutwerte bei einer Probe im März 2011 in Frankreich waren abnormal, ich hätte damals schon bestraft werden können oder müssen. Heute verstehe ich, dass Herr Portugalow und Herr Melnikow und andere das Prinzip des Blutpasses nicht verstanden haben und die Sportler weiterhin wie üblich vorbereitet haben. Ihr Ziel war es, dass Proben zu einem bestimmten Zeitpunkt sauber waren.“

Vorwürfe gegen IAAF-Präsidenten

Sommer 2011: Wie Winter zuvor.

„Jetzt schaute sich Araf (der russische Leichtathletikverband, d. Red.) unsere Blutwerte genauer an. Herr Melnikow sagte später, wirklich verstanden haben sie die Blutpässe im Frühjahr 2012.“

„Nun erzähle ich Ihnen ein wenig über die Vorbereitung der Sportler in Russland. Normalerweise entscheiden Herr Malaskow und Herr Melnikow vor jeder Saison, wer für die großen Meisterschaften vorbereitet wird und diese Sportler dürfen gedopt bei den Landesmeisterschaften starten. Normalerweise sind das fünf oder sechs Sportler. Herr Melnikow sagte allerdings, dass es wohl nur noch drei sein würden, weil es schwieriger würde, nicht geschnappt zu werden. (...) Einige russische Sportler sagen, in Doping-Fällen von Olympiasiegern und Weltmeistern würde Geld direkt an den IAAF-Präsidenten gezahlt. So wie ich es verstehe, ist es ein großes Geschäft mit politischen Bezügen.“

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat die Fragen dieser Zeitung vom Montag, ob und wie sie auf diesen inzwischen zwei Jahre alten Brief von Julia Stepanowa reagiert habe und warum sie anscheinend an ihren Ton- und Filmaufnahmen nicht interessiert ist, bis zum Mittwoch nicht beantwortet.

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