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Im Gespräch: Dopingopfer Uwe Trömer : „Die Täter bekommen Streicheleinheiten“

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„Was muss ich mir eigentlich noch alles bieten lassen?” Uwe Trömer klagt an, dass der Sport ehemaligen Dopern weiter unter die Arme greift Bild: Matthias Lüdecke - FAZ

Doping-Opfer Uwe Trömer fühlt sich durch die Entscheidungen von Sport und Politik verraten, Trainer, die ihre Teilnahme am DDR-Dopingsystem zugeben, weiter zu beschäftigen. Im Interview spricht er über Persilscheine für Trainer, über Vertrauensmissbrauch und Aufklärungsverweigerung im Sport.

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          Doping-Opfer Uwe Trömer fühlt sich durch die Entscheidungen von Sport und Politik verraten, Trainer, die ihre Teilnahme am DDR-Dopingsystem zugeben, weiter zu beschäftigen. Im Interview spricht er über Persilscheine für Trainer, über Vertrauensmissbrauch und Aufklärungsverweigerung im Sport.

          Es gibt Stimmen im Sport, die einen Schlussstrich unter die Doping-Aufarbeitung Ost fordern. Was sagen Sie dazu?

          Wenn einer von denen, die mir die Pillen und die Spritzen gegeben haben, 1995 mit mir gesprochen hätte, wäre es vielleicht noch gegangen. Zwanzig Jahre danach kann ich aber keine Absolution mehr erteilen. Das ist zu spät. Wir Opfer und einige Privatleute, einige Medien haben doch die Aufklärung alleine betrieben. Aber was ist von den Tätern gekommen? Nichts. Und der Sport? Absichtserklärungen und dann heiße Luft. Es geht offensichtlich nicht darum, die Geschädigten so zu behandeln, wie es sein müsste. Es geht nicht darum, neue Geschädigte zu vermeiden.

          Vernichtete Leidenschaft

          Die Trainererklärungen sind für Sie kein Beitrag für eine Befriedung des Themas?

          Nach zwanzig Jahren genügt es nicht mehr, wenn ein paar Trainer, die mit Doping belastet waren, eine für sie folgenlose Selbstbezichtigung unterschreiben. Es geht ja schließlich über die moralische Verantwortung hinaus. Der vereinte Sport hat zwanzig Jahre Steuergelder an ehemalige Doper ausgezahlt. Und nun nickt Bundesinnenminister Schäuble das Vorgehen des DLV (Deutschen Leichtathletik-Verbandes) ab und damit die Fortsetzung eines zwanzig Jahre langen Schweigens. Denn die Trainer müssen ja gar nicht in die Details gehen. Es reicht, wenn sie zugeben, was wir schon wissen. Zu den wichtigen Dingen, wie in meinem Fall etwa zum Inhalt einer Spritze, müssen sie gar nichts sagen. Das hilft niemandem, ist schon gar kein Beitrag zur Aufklärung. Wir brauchen ein Platzverbot für diese Leute, und an ihrer Stelle müssen Menschen eine Chance kriegen, die konsequent gegen Doping sind.

          Von den fünf Trainern, die bislang die Erklärung unterschrieben haben, war bislang nur einer bereit, öffentlich über seinen Fall zu reden. Rainer Pottel lehnt aber ein Doppelinterview mit Ihnen ab. Er sagt, er könne nur für seine Arbeit in der Leichtathletik sprechen . . .

          . . . und dann behauptet er öffentlich, seine Sportler über die schädliche Wirkung von Doping-Mitteln aufgeklärt zu haben. Darüber hätten wir mal sprechen sollen. Ich glaube ihm das nicht. So wie ich seine Darstellung der Verhältnisse nicht akzeptieren kann. Doping war eine Geheimsache, da wurde nicht aufgeklärt. Im Gegenteil, die Stasi überwachte, dass es auch so blieb. Und eine freie Wahl hatte der Athlet auch nicht. Dann sprechen die Trainer in ihren Erklärungen noch von eventuellen Schädigungen. Eventuell? Was soll das? Es ist doch bewiesen. Wer heute noch dagegen anredet, der versucht nur die Situation im Nachhinein als nicht so schlimm darzustellen. Wir haben doch Leute im Osten wie im Westen gehabt, die schwere gesundheitliche Schäden davongetragen haben, es gab Tote.

          Warum sind Doper von damals nicht bereit, mit Opfern zu reden?

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