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Olympiasiegerin suspendiert : IAAF startet Doping-Transparenzoffensive

  • Aktualisiert am

In die Falle getappt? Hindernis-Olympiasiegerin Ruth Jebet steht unter Vedacht Bild: Reuters

Sebastian Coe macht ernst: Die Leichtathletik geht ungewohnt offensiv mit Manipiulationsverdächtigungen um. Die Veröffentlichung von 120 Fällen ist Teil einer Transparenzoffensive

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          Der internationale Leichtathletikverband IAAF kämpft nach dem Doping- und Korruptionsskandal mit einer bemerkenswerten Transparenzoffensive um mehr Glaubwürdigkeit und hat auch im Fall der Olympiasiegerin Ruth Jebet für Klarheit gesorgt. Wie die unabhängige Integritätskommission AIU der IAAF am Freitag mitteilte, droht der Olympiasiegerin über 3000 m Hindernis ebenso wie insgesamt rund 100 Sportlern eine Sperre wegen eines möglichen Dopingvergehens.

          Nach Angaben der AIU ist das von IAAF-Präsident Sebastian Coe ins Leben gerufene Gremium seit April 2017 in 120 Fällen tätig geworden. Bis auf zwei Untersuchungen stünden alle Verfahren im Zusammenhang mit Doping. In elf Fällen seien die Sperren bereits abgelaufen. Betroffen sind insgesamt 103 Sportler, die zusammen 85 Medaillen bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften gewonnen haben, 13 weitere international startende Athleten sowie vier Offizielle. In 57 Fällen ist Russland involviert.

          Unter Dopingverdacht steht dabei auch Jebet. Bereits im März hatte die englische Tageszeitung The Guardian von einem positiven Dopingtest der für Bahrain startenden gebürtigen Kenianerin berichtet. Nun bestätigte die AIU erstmals, dass Jebet provisorisch suspendiert ist. Ihren Weltrekord über 3000 m Hindernis ist die 21-Jährige indes seit Freitag los: Die Kenianerin Beatrice Chepkoech war beim Diamond-League-Meeting in Monaco rund acht Sekunden schneller.

          Die Veröffentlichung ist Teil einer Transparenzoffensive der AIU. Bisher wurden lediglich abgeschlossene Fälle veröffentlicht, nun sollen transparent alle Schritte der jeweiligen Disziplinarverfahren nachvollziehbar sein. Die Einleitung eines Verfahren bedeutet allerdings nicht, dass der jeweilige Sportler schuldig ist.

          „Transparenz und Integrität gehen Hand in Hand. Die unabhängige Integritätskommission glaubt, dass die Transparenzmaßnahmen dabei helfen werden, größeres öffentliches Vertrauen in die Integrität der Leichtathletik und in die Arbeit der AIU herzustellen“, sagte der AIU-Vorsitzende David Howman.

          15-Punkte-Programm von Coe

          Nach dem Doping- und Korruptionsskandal im Weltverband IAAF war die Schaffung der AIU eines der Herzstücke des 15-Punkte-Reformprogramms von Coe. Das Gremium ist verbandsunabhängig für die Themen Doping, Manipulation, Korruption sowie Interessenkonflikte zuständig. Das jetzige Vorgehen sei, so die AIU, von den zuständigen Stellen für Datenschutz genehmigt worden.

          „Bisher hat die IAAF nur Informationen veröffentlicht, wenn sie endgültig und bindend waren - aber ein Disziplinarverfahren kann bis zu vier Jahre dauern“, sagte der operative Leiter der AIU, Brett Clothier, dem Guardian: „Die Rückmeldungen der Athleten und der Öffentlichkeit war, dass sie es gehasst haben, wenn Personen plötzlich verschwanden - und niemand wusste, warum.“

          Man sei allerdings, so Clothier, erst am Anfang der Mission, das Ansehen der Leichtathletik wiederherzustellen. „Es ist noch viel Arbeit zu erledigen“, sagte der Australier: „Die abgeschlossenen und noch laufenden Verfahren zeigen die Herausforderungen, vor denen wir als Sport stehen. Aber sie zeigen auch, dass wir gewillt sind, die Herausforderungen anzunehmen.“

          Unter Coes Vorgänger Lamine Diack sollen gegen Zahlung von Schmiergeldern positive Dopingproben vertuscht worden sein. Gegen ihn wird in Frankreich wegen Korruption ermittelt.

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