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Henner Misersky : Attacke aus der Nacht

Henner Misersky hat Dopingmittel für seine Töchter, hier Antje Misersky, nach eigener Darstellung abgelehnt. Bild: Michael Schimmack

Henner Misersky gilt als moralische Instanz des DDR-Sports. In der Dopingaufklärung kämpfte er an der Seite von Ines Geipel. Bis er anfängt, sie anzugreifen. Warum? Eine Annäherung.

          10 Min.

          Ines Geipel ist Schriftstellerin. Sie hat Erfolg. Ihre Romane werden ge­kauft, gelesen, ausgezeichnet. Sie war auch als Athletin in der DDR erfolgreich. Mit der Vereinsstaffel von Jena lief sie einmal eine Staffel über 100 Meter. Sie war nicht die Schnellste des Quartetts. Aber es reichte zu einem Rekord. Sie will davon nichts mehr wissen. Nichts mehr von dieser Zeit im Trikot. Ihr Ergebnis hat sie streichen lassen. Unter ihren Texten, schrieb sie vor Jahren der F.A.S., solle Schriftstellerin stehen. „Bitte kein Sportzeugs mehr.“

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Damals war sie die Stimme der Opfer des staatlichen Dopingsystems der DDR, Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins (DOH). 2000, als kaum jemand zuhörte während der mühsamen Aufarbeitung von Verlockung und Vergiftung junger Menschen im Spitzensport vor Gericht, hatte sie als Nebenklägerin Profil gewonnen. Sie wurde sehr unbequem für ehemalige Funktionäre, Trainer, Ärzte sowie für die aktuellen der deutschen Einheit, einer Mischung teils alter Kameraden.

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