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Krise im Gewichtheben : Mögliches Ende von Aján sorgt für Verwirrung

Wurde der umstrittene Tamas Aján suspendiert? Bild: Reuters

Die ARD berichtete über weit verbreitetes Doping sowie Korruption und die Unterschlagung von Geld im Gewichtheben. Verbandspräsident Tamás Aján steht stark in der Kritik. Die Lage um ihn ist verworren.

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          Berichte über die Suspendierung von Tamás Aján, dem Präsidenten und starken Mann des Gewichtheber-Weltverbandes (IWF), sorgen für Verwirrung. Aus Doha melden mehrere Agenturen, das Exekutivkomitee des Verbandes habe auf seiner Tagung dort am Mittwoch den 81 Jahre alten Ungarn in Folge eines Berichts des Ersten Deutschen Fernsehens über weit verbreitetes Doping sowie Korruption und die Unterschlagung von mindestens fünf Millionen Euro für neunzig Tage suspendiert.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          IWF-Vizepräsidentin Ursula Papandrea aus den Vereinigten Staaten übernehme in dieser Zeit die Führung des Verbandes. Sie sitze zugleich einer Kommission vor, die unabhängige Experten mit der Prüfung der Vorwürfe beauftragen wird. Die IWF teilt dagegen auf Anfrage mit: „Dr. Aján ist immer noch der Präsident der IWF.“ Unter Berücksichtigung der Grundsätze von Good Governance und um sicher zu stellen, dass die 90 Tage Untersuchung außerhalb jeder Beanstandung sind, habe der Präsident aber eine Reihe von operativen Aufgaben Ursula Papandrea übertragen, „die vorübergehend gemeinsam mit Ajan als amtierende Präsidentin fungieren wird“.

          Ajan war 24 Jahre Generalsekretär des Verbandes und ist seit zwanzig Jahren dessen Präsident. Er bestreitet auf der IWF-Website die Vorwürfe aus dem ARD-Beitrag „Geheimsache Doping – der Herr der Heber“ vom 5. Januar als unbegründet. Er habe keinen Zweifel, dass die externen Experten sein Engagement von fast fünfzig Jahren für die Entwicklung des Gewichthebens rehabilitieren werden.

          Ajan hält sich zugute, eine Streichung seiner Sportart aus dem Programm der Olympischen Spiele durch Reformen und um den Preis einer Reduzierung der Teilnehmerzahl verhindert zu haben; einzelne, besonders doping-auffällige Länder haben ihr Startrecht verloren. „Der internationale Gewichtheben braucht einen Neuanfang, strukturell und personell“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur Christian Baumgartner, den Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber: „Unvorstellbar, dass Ajan zurückkommt.“

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