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Früherer Radprofi : Hondo gibt Doping zu

Geständnis abgelegt: Danilo Hondo, hier 2012 beim Radrennen in Eschborn, hat gedopt. Bild: Wonge Bergmann

Der ehemalige Profi-Radfahrer war Kunde des Arztes Mark S. – das hat Danilo Hondo nun in einem Interview zugegeben. Pikant: Bis zuletzt war er Nationaltrainer in der Schweiz.

          Der ehemalige Radprofi Danilo Hondo, seit vier Jahren Nationaltrainer in der Schweiz, hat Blut-Doping bei dem im Februar verhafteten Erfurter Arzt Mark S. zugegeben. In einem Interview mit der Sportschau der ARD räumte der 45 Jahre alte Cottbuser am Sonntag ein, 2011 und 2012 drei oder vier Mal Blut abgegeben und es, vor Mailand-Sanremo, vor belgischen Klassikern und bei der Tour de France von S. wieder zugeführt bekommen habe. Dafür habe er pauschal pro Jahr 30.000 Euro gezahlt.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Hondo, Weltmeister im Bahnvierer 1994 und Etappensieger beim Giro d‘Italia 2001, war 2005 wegen Dopings zwei Jahre gesperrt worden; er bestreitet bis heute, das damals nachgewiesene Aufputschmittel Carphedon genommen zu haben. Hondo ist von S., der in München in Haft ist, belastet worden. Ihm sei klar, sagte Hondo, dass er keine berufliche Zukunft bei Swiss Cycling oder im Radsport überhaupt mehr habe. Am Sonntagabend teilte Swiss Cycling dann mit, dass Hondo von seinem Amt freigestellt wurde.

          Hondo war als Profi bei den Teams Telekom, Gerolsteiner und Lampre aktiv. Bei Gerolsteiner war S. Mannschaftsarzt. Hondo legte in dem Fernsehinterview Wert darauf, dass er in die Doping-Praktiken des Teams Telekom nicht verwickelt gewesen sei, dass er S. nicht in seiner Zeit bei Gerolsteiner kennengelernt habe und dass er beim Team Lampre keine Mitwisser gehabt habe. Vielmehr habe er S. nach einem Rennen 2011 kennengelernt. Dieser habe ihm klar gemacht, dass praktisch alle anderen Athleten dopten und Blut-Doping nicht nachweisbar sei.

          Auch aus wirtschaftlicher Not, nach seiner Doping-Sperre, will Hondo sich darauf eingelassen haben. Die Blutabnahme habe überwiegend bei Frankfurt am Main stattgefunden, später auch in Hondos Wohnung in der Schweiz. Zurückgeführt worden sei das Blut vor Rennen im Hotelzimmer oder im Wohnmobil. Die von der Staatsanwaltschaft belasteten Helfer des Arztes S., darunter dessen Vater, will Hondo nie getroffen haben.

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