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Freiburger Doping-Aufklärung : Kommissionsleiterin Paoli bleibt – vorerst

  • Aktualisiert am

Letizia Paoli Bild: dpa

Der Streit um die Aufklärung der Doping-Vergangenheit an der Uni Freiburg ist um ein Kapitel reicher. Kommissionsleiterin Letizia Paoli will nun doch im Amt bleiben. Allerdings nur vorerst.

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          Im Streit um die Aufklärung der Doping-Vergangenheit an der Universität Freiburg hat Kommissionsleiterin Letizia Paoli vorerst von ihrer Rücktrittsdrohung Abstand genommen. Sie mache ihren für Freitag angekündigten Rückzug „von den Ergebnissen der nun unmittelbar nötigen Gespräche mit dem Ministerium abhängig. Dafür müssen zunächst die beiden Rechenschaftsberichte aus den Jahren 2013 und 2014 aufgearbeitet und die offenen Fragen beantwortet werden“, teilte sie am Donnerstag mit.

          Bislang leitete die Kriminologin der belgischen Universität Leuven die unabhängige Untersuchungskommission alleine. Bis auf weiteres wird Paoli den Angaben zufolge zusammen mit ihrem Stellvertreter Hellmut Mahler das Gremium führen.

          „Die Kommission wolle weiterhin alles tun, ihrer großen Verantwortung für eine lückenlose und professionelle Aufklärung gerecht zu werden; dies bedeute auch, möglichst eine personelle Konstanz in der Zusammensetzung der Kommission zu wahren“, hieß es. Paoli will in den nächsten Tagen ein Papier veröffentlichen, „dass die notwendigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss der Aufklärungsarbeit darlegen wird“.

          Zuletzt hatte die in Italien geborene Wissenschaftlerin, die die Kommission seit 2009 leitet, mit Rücktritt gedroht, weil sie sich in ihrer Arbeit erheblich behindert sieht. Aufgeklärt werden soll unter anderem, in welchem Umfang Sportärzte der Universität in Doping von Radprofis verstrickt waren.

          Offene Fragen ausräumen

          Die Mafia-Expertin begrüßte ausdrücklich, dass ihr von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer mehr Recherchezeit in Aussicht gestellt wurde. Die Kommission gehe davon aus, „dass wir nun die notwendigen Berichte und Gutachten erstellen können“. Die offenen Fragen müssten durch die Universität umgehend ausgeräumt werden, um alle Arbeiten abzuschließen.

          Bauer hat die Kriminologin und Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer zu einem erneuten Schlichtungsgespräch eingeladen, zur Debatte stehen Termine am 1. oder 15. Dezember. Für die Ressortchefin sei „zielführend, dass dieses Gespräch ohne Vorbedingungen und mit allen Beteiligten gemeinsam stattfindet“.

          „Eindeutig und transparent“

          Das sieht Paoli anders. „Wir halten es nach wie vor für erforderlich, vorher separate Gespräche mit dem Ministerium ohne die Universität zu führen“, betonte die Wissenschaftlerin.

          In den nächsten Tagen sollen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufklärungsarbeit im Vorfeld schriftlich erläutert werden. Beim nachfolgenden Treffen mit der Universität Freiburg müsse „eindeutig und transparent“ vereinbart werden, wie mit schon aufgeklärten Fakten und nicht bearbeiteten Unterlagen umzugehen sei.

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