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Fall Goldmann : Goldmann klagt auf Weiterbeschäftigung beim DLV

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Die Entlassung von Kugelstoß-Bundestrainer Werner Goldmann beschäftigt die Justiz. Der wegen seiner Dopingverstrickungen in der DDR nicht mehr beim DLV beschäftigte Goldmann zieht gegen den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vor Gericht und klagt auf Weiterbeschäftigung.

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          Die Entlassung von Kugelstoß-Bundestrainer Werner Goldmann beschäftigt die Justiz. Der wegen seiner Dopingverstrickungen in der DDR gekündigte Goldmann zieht gegen den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vor Gericht und klagt auf Weiterbeschäftigung.

          Der Streit um Goldmann reißt derweil einen immer tieferen Graben zwischen Athleten und Verband. So attackierte Vize-Weltmeister und Goldmann-Schützling Robert Harting den DLV und dessen Präsidenten Clemens Prokop scharf. Der Gerichtsprozess zwischen Goldmann und dem Verband geht bereits im Februar - wahrscheinlich in Darmstadt - in die erste Runde. „Es ist ein laufendes arbeitsrechtliches Verfahren“, bestätigte DLV-Generalsekretär Frank Hensel im „Deutschlandfunk“.

          Prokop äußert sich nicht inhaltlich

          Eine der Grundfragen sei die, ob Goldmann nach fünf nacheinander geschlossenen Arbeitsverträgen überhaupt noch in einem Zeitvertragsarbeitsverhältnis stand oder ob es mittlerweile nicht schon ein unbefristetes Arbeitsverhältnis war, sagte Hensel. DLV-Präsident Prokop wollte sich zum bevorstehenden Rechtsstreit nicht äußern, auch die Kritik des Diskuswerfers Harting kommentiert der Jurist Prokop nicht. Man solle das besser „nicht zu hoch hängen. Zu der Kritik sage ich nichts. Sie kommentiert sich von selbst“, erklärte Prokop.

          Prokop hatte ebenso wie die DDR-Dopingopfer Andreas Krieger und Ines Geipel Teile des offenen Briefes, in dem 20 Athleten für eine Wiedereinstellung Goldmanns protestierten (siehe: Spezial zum Fall Goldmann: Versagen der Athleten und Fall Goldmann: Leichtathleten protestieren gegen „Bauernopferjagd“), kritisiert und deshalb Unverständnis von Harting geerntet. „Ich frage mich auch, warum uns Athleten jetzt ein Clemens Prokop so gegen die Karre fährt. Ich schäme mich dafür. Ich schäme mich für den Verband“, sagte der Olympia-Vierte der „Bild am Sonntag“. Der Verband sei eine „Schande für alle Sportler“.

          Gespräch mit Sportlern angekündigt

          Prokop scheint nun bemüht, die Wogen zu glätten. Er wolle sich mit den Athleten noch einmal zusammensetzen und ihnen seine Standpunkte verdeutlichen. Zudem zeigte er Verständnis für den Unmut der Sportler: „Wenn man jahrelang mit einem Trainer zusammenarbeit, fühlt man sich ihm auch menschlich verbunden.“ Harting kündigte an, weiter mit Goldmann arbeiten zu wollen: „Wenn mittlerweile schon mehrfache Mörder wieder auf freien Fuß kommen und in die Gesellschaft integriert werden, darf es ja wohl keine Frage sein, ob mein Trainer eine zweite Chance verdient hat.“

          Allerdings gestand auch der 24-Jährige, nicht an die Unschluld seines Trainers zu glauben: „Wenn ich ehrlich bin, glaube ich ihm nicht. Er hat mehrmals die Möglichkeit gehabt, richtig auszupacken und hat es nicht gemacht. Er kann die Wahrheit nicht erzählen.“ Laut Harting wolle Goldmann niemanden in die Sache reinziehen und habe deshalb die Chance verstreichen lassen, vor der unabhängigen Anti-Doping-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) reinen Tisch zu machen.

          Auf Empfehlung dieser Kommision unter Vorsitz des Bundesverfassungsrichters a.D. Udo Steiner hatte Goldmann seinen Job verloren, weil er zu DDR-Zeiten ins staatlich organisierte Doping eingebunden war. Dafür gibt es im ehemaligen Kugelstoßer Gerd Jacobs einen Zeugen. Trotzdem hatte der Coach vor den Sommerspielen in Peking eine Ehrenerklärung unterschrieben, in der er versicherte, nichts mit Doping zu tun gehabt zu haben.

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