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Dopingprozess : Schumacher belastet Arzt

Packt sich an die eigene Nase, beschuldigt aber auch andere: Stefan Schumacher Bild: dpa

Radprofi Schumacher bezichtigt einen Arzt des Gerolsteiner-Teams explizit des Dopings. Er bleibt auch bei seiner Darstellung, Teamchef Holczer habe von den Vorgängen gewusst, was dieser bestreitet.

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          Radprofi Stefan Schumacher hat am dritten Verhandlungstag des Betrugsprozesses gegen ihn zum ersten Mal explizit einen Arzt des Gerolsteiner-Teams des Dopings bezichtigt. Er sei im Zimmer gewesen, als Mannschaftsarzt Dr. Achim S. bei der Deutschland-Tour 2006 seinem Teamkollegen Georg Totschnig das Peptidhormon Synacthen injiziert habe, sagte Schumacher vor dem Stuttgarter Landgericht. Er blieb auch bei seiner Darstellung, Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer habe von diesen Vorgängen gewusst, was dieser bestreitet.

          Holczer, der am Dienstag als Zeuge wiederholte, er habe von Doping in seinem Team weder Kenntnis gehabt noch stillschweigend geduldet, legte dem Gericht eine von Schumacher unterschriebene Unterlassungserklärung von 2008 vor. In ihr hatte Schumacher sich verpflichtet, nicht länger zu behaupten, Synacthen werde bei Gerolsteiner verwendet. Vor Gericht sagte Schumacher nun, er sei unter Druck gesetzt worden, die Erklärung zu unterschreiben, anderenfalls hätte er für Gerolsteiner im Jahr 2008, in dem er später als Doper aufflog, keine Rennen fahren dürfen.

          Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher vor, er habe sich in jenem Sommer, als er mit der Epo-Weiterentwicklung Cera gedopt im Gelben Trikot der Tour de France fuhr, von seinem Team Gehaltszahlungen von 151.463,50 Euro erschlichen zu haben.

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