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Dopingverdacht gegen HSV-Profi : Mario Vuskovics Strategie

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Mario Vuskovic vom Hamburger SV droht eine lange Sperre. Bild: picture alliance / DeFodi Images

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt kritisiert die NADA wegen des Umgangs mit dem dopingverdächtigen Fußballprofi Mario Vuskovic. Der Spieler beteuert, unschuldig zu sein – seine Strategie scheint offensichtlich.

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          Der Sportvorstand des Hamburger SV, Jonas Boldt, hat mit Blick auf den bei einer Dopingprobe positiv getesteten Profi Mario Vuskovic Kritik an der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) geäußert. „Wenn man das ganze Prozedere sieht, wirft das schon viele, viele Fragen auf“, sagte Boldt am Samstagabend nach dem 0:4 im Testspiel des Fußball-Zweitligaklubs gegen den Erstligaverein 1. FC Köln. „Da finde ich, dass wir auch ein bisschen alleingelassen werden von der NADA. Wir sind bereit, das alles aufzuklären, aber die Kooperation von der anderen Seite lässt doch zu wünschen übrig“, behauptete Boldt im TV-Sender Magenta TV.

          Vuskovic ist weiterhin gesperrt, weil nach der positiven A- auch die Auswertung der B-Probe dasselbe Ergebnis brachte: positiv auf Erythropoetin, ein Medikament, das früher zur Krebsbehandlung eingesetzt wurde, von 1990 an zunehmend im Sport auftauchte, weil es etwa bei Ausdauersportlern zu massiven Leistungssprüngen führt. Im Profifußball ist die Einnahme immer wieder bekannt geworden. Seit gut zwanzig Jahren gibt es ausreichend validierte Nachweisverfahren auch im Sport.

          Bundesliga

          Boldts Unmut ist zwar nachvollziehbar, weil er als Arbeitgeber des Profis Rechte und Pflichten zu beachten hat und zweifellos an einer schnellen Entscheidung interessiert sein muss, um handeln zu können. Allerdings ist der HSV in dem Verfahren keine Partei. Das sind der Spieler und vor allem der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Er ist einer der wenigen Verbände in Deutschland, die der NADA bislang nicht die vollständige Betreuung eines Verfahrens im Falle eines positiven Tests übertragen haben.

          „Irgendwie haben die das abgelehnt“

          Deshalb ist auch die NADA streng genommen keine Partei des Verfahrens und mehr oder weniger gezwungen, sich zurückzuhalten. Vuskovic beteuert laut Boldt seine Unschuld und könne sich die positiven Ergebnisse nicht erklären.

          Der Abwehrspieler habe angeboten, einen DNA-Test machen zu lassen. „Aber irgendwie“, sagte Boldt, „haben die das abgelehnt.“ Das entspräche aber nicht dem geregelten Verlauf des Verfahrens. Ein DNA-Test ist nicht vorgesehen, da der Weg vom Test bis zum Labor in der Regel abgesichert ist und es zudem Daten des Athleten geben sollte, wie etwa ein Steroid-Profil, die abgeglichen werden können, um eine Verwechslung auszuschließen. Die Reklamation eines Verfahrensfehlers scheint die Strategie von Vuskovic zu sein.

          In den nächsten Wochen soll es zu einer Anhörung vor dem Gericht des DFB kommen. Dabei würde im Zweifel wohl auch erörtert, ob etwa eine Manipulation der Probe zum Nachteil des Spielers möglich gewesen ist. In der Geschichte der Dopingstreitfälle ist es in der Regel umgekehrt gewesen: Manipulateure haben versucht, ihre Proben zu ihren Gunsten zu verändern oder unbrauchbar zu machen. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass die Urinprobe nicht doch noch mittels eines DNA-Tests der Quelle zugeordnet wird. Vuskovic muss sich derzeit allein fit halten. Ihm droht eine Sperre von vier Jahren.

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