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Vorwürfe in Leichtathletik : Zwei russische Olympiasieger am Doping-Pranger

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Hürdenläuferin Natalja Antjuch gewann bei Olympia 2012 in London die Goldmedaille. Bild: AP

Auch in Zeiten der Corona-Krise reißen die Doping-Enthüllungen aus Russland nicht ab. Nun sind die Olympiasieger Andrej Silnow und Natalja Antjuch schwer belastet worden. Der Fall Silnows ist besonders pikant.

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          Corona legt die Sportwelt lahm – der Kampf gegen Doping ruht aber nicht: Im Zuge des russischen Manipulationsskandals sind vier weitere Topathleten schwer beschuldigt worden. Mit Hochspringer Andrej Silnow und Hürdenläuferin Natalja Antjuch könnte es auch zwei Olympiasiegern an den Kragen gehen. Die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics teilte mit, dass Peking-Olympiasieger Silnow und London-Gewinnerin Antjuch auf der Grundlage des Report von Richard McLaren, Sonderermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, angeklagt werden. Über die Fälle muss nun der Internationale Sportgerichtshof Cas entscheiden.

          Wann dies der Fall sein wird, ist angesichts der Coronakrise noch nicht absehbar. Auch die Cas-Anhörungen Russlands wegen der von der Wada beantragten Vierjahressperre für internationale Großereignisse sind verschoben worden und werden nicht vor Juni beginnen. Der McLaren-Report sowie Nachtests von Doping-Proben hatten bereits zu einigen Sperren russischer Spitzenathleten durch den Cas geführt. Im Vorjahr war unter anderem Iwan Uchow, 2012 Silnows Nachfolger als Hochsprung-Olympiasieger, gesperrt worden.

          Neben Silnow und Antjuch wurden nun auch 1500-Meter-Läuferin Jelena Sobolewa und Hammerwerferin Oxana Kondratjewa, Tochter von Hammer-Weltrekordler Juri Sedych und 100-Meter-Olympiasiegerin Ljudmila Kondratjewa, von der AIU aufgrund des McLaren-Reports beschuldigt. Alle vier Athleten sind nicht mehr aktiv, mögliche Sperren hätten nur noch Symbolcharakter. Allerdings könnten sie wie schon Uchow ihre Erfolge verlieren. Läuferin Sobolewa waren allerdings schon vor rund zwölf Jahren das WM-Silber von 2007 über 1500 Meter sowie der Hallen-WM-Titel von 2008 über die gleiche Distanz wegen Dopings aberkannt worden.

          Das IOC kann aberkannte Olympia-Medaillen neu vergeben, dieses Verfahren zieht sich in der Regel über Jahre – nach Uchows Disqualifikation ist das Hochsprung-Gold von 2012 noch vakant. Für Fuzz Caan, Trainer des bei Olympia 2008 hinter Silnow im Hochsprung zweitplazierten Briten Germaine Mason, ist die Sache aber schon klar. Caan twitterte ein Bild seines 2017 tödlich verunglückten früheren Schützlings mit dem Slogan „Germaine Mason, Olympiasieger“.

          Der Fall Silnows ist besonders pikant. Der heute 35-Jährige hatte nach seiner aktiven Karriere als Verbands-Vizepräsident die Linie im russischen Leichtathletik-Verband weiter mitbestimmt, bis er 2019 nach Bekanntwerden der AIU-Ermittlungen gegen ihn zurücktrat. 2016 hatte sich Silnow erfolglos um die Präsidentschaft im damals schon wegen des Dopingskandals suspendierten Verband beworben. Damals unterlag er mit 31:36 Stimmen seinem Konkurrenten Dimitri Schljachtin, der im vergangenen November über die Vertuschungsaffäre um Hochsprung-Star Daniil Lysenko stolperte und zurücktrat. Silnow, Uchow, Lysenko: Irgendetwas ist da vor allem bei den russischen Hochspringern gar nicht in Ordnung.

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