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Skandal oder Kampagne? : Doping-Vorwürfe gegen Startrainer Salazar

  • Aktualisiert am

Alberto Salazar gilt als Startrainer und muss sich nun massive Vorwürfe gefallenlassen Bild: dpa

Der prominente Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar steht im Zentrum massiver Doping-Vorwürfe. Die BBC berichtet, dass der Coach von Mo Farah in seiner Gruppe seit Jahren mit verbotenen Substanzen arbeitet.

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          Der Leichtathletik droht ein neuer großer Doping-Skandal. Der britische Fernsehsender BBC hat in einer Reportage ausführlich über den angeblichen Einsatz verbotener Substanzen im sogenannten „Nike Oregon Projekt“ des amerikanischen Startrainers Alberto Salazar berichtet. Der prominenten Laufgruppe gehört unter anderen der dreifache Weltmeister und zweifache Olympiasieger Mo Farah aus Großbritannien an. Farah wird durch die Recherchen nicht belastet, dafür berichtete die BBC am Mittwochabend unter anderem, dass Salazar den Olympia-Zweiten Galen Rupp aus den Vereinigten Staaten bereits im Alter von 16 Jahren mit Testosteron gedopt habe.

          Die BBC und die an der Recherche beteiligte amerikanische Internetseite ProPublica berufen sich bei ihren Enthüllungen auf die Aussagen von mindestens sieben ehemaligen Läufern und Betreuern des „Nike Oregon Projekts“. Diese Kronzeugen hätten sich dem Bericht zufolge auch schon an die amerikanische Anti-Doping-Agentur gewandt. Während die Usada entsprechende Ermittlungen weder bestätigte noch dementierte, wiesen Salazar und Rupp die Anschuldigungen vehement zurück.

          „Ich glaube an einen sauberen Sport und harte Arbeit - und meine Athleten tun das auch“, erklärte Salazar. BBC und ProPublica warf er „haltlosen und inakzeptablen Journalismus“ vor. „Statt Fakten zu präsentieren, haben sie sich für Sensationsgier und versteckte Andeutungen entschieden.“ Es sei besonders schlimm, dass dabei „Galen und seine exzellente Reputation“ angegriffen worden seien.

          „Ich bin enttäuscht von der BBC“

          Tatsächlich wurde in der bislang 14-jährigen Geschichte des „Oregon Projekts“ noch nie ein Athlet dieser vom Sportartikel-Giganten Nike gegründeten und finanziell unterstützten Gruppe positiv getestet. Auch Rupp, 2012 Olympia-Zweiter über 10 000 Meter hinter Farah, betonte in der BBC: „Ich habe nie verbotene Substanzen genommen, und Alberto hat mir auch nie vorgeschlagen, verbotene Substanzen zu nehmen.“ Er sei „komplett gegen die Nutzung von leistungsfördernden Mitteln“, erklärte Rupp weiter, und habe sich „jeden einzelnen Schritt meiner Karriere hart erarbeitet“.

          Vor allem der ehemalige Salazar-Assistent Steve Magness sowie die WM-Dritte von 2007, Kara Goucher, zeichnen allerdings ein anderes Bild von den Abläufen in der Gruppe. Goucher erklärte bei der BBC, dass Salazar sie im Jahr 2011 zur Einnahme eines synthetischen Schilddrüsen-Hormons ermuntert habe, um nach der Geburt ihres Sohnes schneller an Gewicht zu verlieren. Die 5000- und 10 000-Meter- Spezialistin verließ daraufhin nach eigenen Angaben das Projekt.

          Salazar hat in der Szene den Ruf des Gurus

          Magness schilderte in der Reportage, wie er bereits 2002 ein Dokument gesehen habe, das die Blutwerte des damals erst 16 Jahre alten Rupp nach einer „Testosteron Medikation“ gezeigt habe. Von seinem Assistenten darauf angesprochen, habe Salazar entgegnet: Das sei ein Fehler. Statt des verbotenen Testosterons sei die legale Substanz Testoboost gemeint gewesen. Allerdings berichteten auch andere ehemalige Mitglieder des „Nike Oregon Projekts“ von verschiedenen Gelegenheiten, bei denen ihnen Testosteron, Schilddrüsen- und auch Asthma-Mittel zur Leistungssteigerung angeboten worden seien.

          Der frühere Marathonläufer Salazar hat in der Szene einen beinahe guru-haften Ruf. Der 56-Jährige ist so berühmt wie berüchtigt für seine extrem harten, aber nach eigenen Angaben immer den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen folgenden Trainingsmethoden. Farah formte er seit 2011 von einem bis dato nur auf europäischer Ebene erfolgreichen Langstrecken-Läufer zum Weltmeister und Olympiasieger über 5000 und 10.000 Meter. Hinter den Doping-Anschuldigungen wittert Salazar eine Kampagne ehemaliger Mitstreiter: „Ich bin enttäuscht von der BBC und ProPublica, dass ihre Reporter sich von einigen Leuten haben benutzen lassen, die ihre eigene Agenda haben“, sagte er.

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