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Doping-Skandal : Russlands Leichtathleten weiter suspendiert

Der Weg zurück ist lang für die Russen. Bild: dpa

Seit 2015 ist der russische Leichtathletikverband suspendiert. Das bleibt vorerst auch so, obwohl die Russen, wie gefordert, Kosten beglichen und Daten und Proben übergeben haben. Denn an anderer Stelle gibt es noch Kritik.

          Der Weltverband der Leichtathleten (IAAF) will sich in „World Athletics“ umbenennen. Name und Logo wurden beim Council-Meeting des Verbandes an Pfingsten in Monaco vorgestellt. Der Name basiere auf Neuorganisation und Reform des Verbands und stehe für ein modernes, kreativeres und positives Gesicht des Sports. Die IAAF war 2015 von einem Doping- und Korruptionsskandal erschüttert worden. Die Vollversammlung der IAAF soll die Umbenennung vor der Weltmeisterschaft in Doha Ende September beschließen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In Doha soll auch ein weiteres Mal über den seit 2015 suspendierten russischen Leichtathletikverband beraten werden. In Monaco folgte das Council der Empfehlung der zuständigen Task Force, es beim Ausschluss zu belassen, obwohl die Russen inzwischen Kosten der Task Force in Höhe von knapp drei Millionen Euro beglichen haben, und das an systematischem Doping beteiligte Kontroll-Labor von Moskau der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Daten und Proben übergeben hat; knapp ein Viertel der 2200 Proben stammen von Leichtathleten.

          Rune Andersen, der Leiter der Task Force, schreibt in seinem Bericht, auch wegen jüngster Berichte über die Fälschung eines ärztlichen Attests zur Bemäntelung eines möglichen Doping-Falls und über die Weiterbeschäftigung wegen Dopings gesperrter Trainer und eines Arztes, stelle sich die Frage, ob alle russischen Offiziellen und Athleten die Verpflichtung des russischen Verbandspräsidenten Dmitri Schlyachtin auf null Toleranz gegenüber Doping teilten, insbesondere in den Regionen. „Möglicherweise erfordert dies eine Intervention von Präsident Putin selbst“, schreibt Andersen, „um ihm bei dem Signal zu helfen, dass die Dinge sich ändern müssen.“

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