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Doping in Russland : „Wir stürzen in einen Abgrund“

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„Wir wurden betrogen“: Rusada-Chef Juri Ganus Bild: Reuters

Die Daten, die Russland der Welt-Anti-Doping-Agentur übergeben hat, sind manipuliert. Doch wer ist dafür verantwortlich? Der Rusada-Chef sieht die Feinde des russischen Sports im eigenen Land.

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          Der Generaldirektor der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada sieht die Feinde des russischen Sports im eigenen Land. „Wir wurden betrogen“, schrieb er in einem offenen Brief, aus dem am Montag mehrere Medien zitierten. Juri Ganus sprach im Zusammenhang mit den Manipulationen an Labordaten, die Anfang des Jahres der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) übergeben worden waren, von einer Verschwörung. Die drohenden Konsequenzen wären eine Tragödie für Russland. „Wir stürzen in einen Abgrund, dessen Tiefe schwer vorherzusagen ist.“

          Russland übergab der Wada die Daten, die behördlich gesteuerte Doping-Vertuschung in den Jahren 2012 bis 2015 belegen sollen, im Januar. Zuvor waren sie von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt gewesen. Der Agentur Tass zufolge glaubt Ganus nicht, dass die Labordaten versehentlich manipuliert worden sein könnten. In den vergangenen drei Jahren sei das wohl von jemandem veranlasst worden. Er wisse nicht, wer konkret dahinterstecken könnte. Er schrieb aber, dass diese Taten den russischen Staat in Verruf gebracht hätten.

          „Es ist Zeit, endlich zu verstehen, wer im Interesse des Landes arbeitet und wer die Reputation der staatlichen Behörden zerstört.“ Die Manipulation hätte das Ziel gehabt, „gefallene Athleten und ihre Erfolge zu verteidigen, auf Kosten der Zerstörung der Zukunft kommender Generationen.“ Die Wada hat Russland eine Frist bis zum 9. Oktober gesetzt, um zu erklären, warum die Daten aus dem Labor und ein bereits zuvor von einem Whistleblower übermittelter Datensatz teilweise nicht übereinstimmen.

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