https://www.faz.net/-gu9-9rqpl

Doping in Russland : „Wir stürzen in einen Abgrund“

  • Aktualisiert am

„Wir wurden betrogen“: Rusada-Chef Juri Ganus Bild: Reuters

Die Daten, die Russland der Welt-Anti-Doping-Agentur übergeben hat, sind manipuliert. Doch wer ist dafür verantwortlich? Der Rusada-Chef sieht die Feinde des russischen Sports im eigenen Land.

          1 Min.

          Der Generaldirektor der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada sieht die Feinde des russischen Sports im eigenen Land. „Wir wurden betrogen“, schrieb er in einem offenen Brief, aus dem am Montag mehrere Medien zitierten. Juri Ganus sprach im Zusammenhang mit den Manipulationen an Labordaten, die Anfang des Jahres der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) übergeben worden waren, von einer Verschwörung. Die drohenden Konsequenzen wären eine Tragödie für Russland. „Wir stürzen in einen Abgrund, dessen Tiefe schwer vorherzusagen ist.“

          Russland übergab der Wada die Daten, die behördlich gesteuerte Doping-Vertuschung in den Jahren 2012 bis 2015 belegen sollen, im Januar. Zuvor waren sie von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt gewesen. Der Agentur Tass zufolge glaubt Ganus nicht, dass die Labordaten versehentlich manipuliert worden sein könnten. In den vergangenen drei Jahren sei das wohl von jemandem veranlasst worden. Er wisse nicht, wer konkret dahinterstecken könnte. Er schrieb aber, dass diese Taten den russischen Staat in Verruf gebracht hätten.

          „Es ist Zeit, endlich zu verstehen, wer im Interesse des Landes arbeitet und wer die Reputation der staatlichen Behörden zerstört.“ Die Manipulation hätte das Ziel gehabt, „gefallene Athleten und ihre Erfolge zu verteidigen, auf Kosten der Zerstörung der Zukunft kommender Generationen.“ Die Wada hat Russland eine Frist bis zum 9. Oktober gesetzt, um zu erklären, warum die Daten aus dem Labor und ein bereits zuvor von einem Whistleblower übermittelter Datensatz teilweise nicht übereinstimmen.

          Weitere Themen

          Geduldsspiel in Tallinn

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.

          Größtes Solar-Rennen der Welt startet Video-Seite öffnen

          Voll elektrisiert unterwegs : Größtes Solar-Rennen der Welt startet

          Der Rennwettbewerb „Bridgestone World Solar Challenge“ gilt weltweit als das härteste Rennen für Solarfahrzeuge. Mehr als 40 Teams starteten aus über 20 Ländern im australischen Darwin, um mit den zurzeit schnellsten solarbetriebenen Autos der Welt quer durch Australien in die südliche Stadt Adelaide zu fahren.

          Aufregung um „Likes“

          Gündogan und Can : Aufregung um „Likes“

          Der Salut-Torjubel türkischer Nationalspieler sorgt für Aufregung. Zwei deutsche Nationalspieler rechtfertigen sich für ihre Reaktion auf ein Foto von der Jubelszene.

          Topmeldungen

          Gestärkt: Der türkische Staatspräsident Erdogan spricht am Sonntag mit türkischen Journalisten

          Türkische Offensive : Erdogans Gewinn

          Wieder einmal stärkt eine Krise, die der türkische Staatspräsident ausgelöst hat, seine innenpolitische Stellung. Die ausbleibende internationale Unterstützung aber dürfte einen hohen Preis haben.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.
          Was denkt die Queen über den Brexit? Die britische Königin Elisabeth II. im Mai 2019.

          Brexit-Streit : Die Queen liest Johnson

          Elisabeth II. trägt an diesem Montag im Unterhaus das Regierungsprogramm des Premierministers Boris Johnson vor. Im Zentrum steht der Brexit-Prozess, der gerade in einer entscheidenden Phase ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.