https://www.faz.net/-gu9-78sui

Doping-Prozess : Franke zeigt Teamärzte an

  • Aktualisiert am

Doping-Jäger Werner Franke: Diesmal eine Anzeige gegen Ärzte und Funktionäre Bild: dpa

Molekular-Biologe Werner Franke zeigt die beiden ehemaligen Gerolsteiner-Teamärzte Schmidt und Jakob wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, Körperverletzung und Rezeptbetrug an.

          Der Molekular-Biologe Werner Franke hat die beiden ehemaligen Gerolsteiner-Teamärzte Mark Schmidt und Ernst Jakob wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, Körperverletzung und Rezeptbetrug angezeigt. Außerdem seien „Funktionäre des Radsportteams Gerolsteiner“ angezeigt worden. Das bestätigte am Dienstag Wolfgang Maier, Oberstaatsanwalt in Freiburg, der den Vorgang der Staatsanwaltschaft Stuttgart auf seinen Schreibtisch bekam.

          „Wir müssen jetzt prüfen, ob Delikte im nicht verjährten Bereich vorliegen“, erklärte Maier der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Franke habe sich nach den Worten des Juristen auf einen „Spiegel“-Artikel bezogen. Ob und wann ein Verfahren eröffnet wird, steht nicht fest.

          Im laufenden Betrugsprozess gegen Stefan Schumacher hatte der Radprofi vor dem Landgericht Stuttgart den Namen eines Arztes genannt, der bei der Deutschland-Tour 2006 einem Fahrer angeblich das Doping-Präparat Synacthen gespritzt habe.

          Der ehemalige Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer sagte dazu am vierten Verhandlungstag vor Gericht, der Arzt habe ihn lediglich über den Wunsch des Sportlers unterrichtet, Synacthen zu bekommen. Der Arzt habe dem Fahrer aber nichts gegeben. Bis zur Auflösung des Gerolsteiner-Teams 2008 waren mindestens drei deutsche, ein italienischer und ein russischer Arzt in der Mannschaft tätig.

          Holczer wiederholt: Habe nichts gewusst

          Holczer hat unterdessen erneut betont, nichts über Doping in dem von ihm geleiteten Radrennstall gewusst zu haben. Weder habe er je verbotene Substanzen im Medizinkoffer des Teams gesehen, noch Kenntnis vom Doping seiner Fahrer gehabt, sagte er am Dienstag als Zeuge. Er habe bei Levi Leipheimer zwar einen Verdacht gehabt, aber keine Beweise. „Leipheimer in der Position, in der er war, aus der Geschichte rauszunehmen, das hätte kein Mensch verstanden“, begründete er den weiteren Einsatz des amerikanischen Profis.

          Schumacher wird vorgeworfen, Holczer um Gehaltszahlungen von über 150.000 Euro betrogen zu haben. Er habe trotz Nachfrage bei der Tour de France 2008 Doping abgestritten, war im Nachhinein aber positiv getestet worden. Schumachers Verteidigung argumentiert, Holczer könne nicht betrogen worden sein. Er habe vom Doping im Team gewusst.

          Weitere Themen

          Zverev als Matchwinner für Europa

          Laver-Cup : Zverev als Matchwinner für Europa

          Zverev bedankt sich bei Nadal und Federer für das Vertrauen, ihn als letzten Einzelspieler beim Laver-Cup für Europa gegen den Rest der Welt aufzustellen. „Das war ein unglaubliches Wochenende.“

          Topmeldungen

           Ein Flugzeug von Thomas Cook steht auf dem Rollfeld des Flughafens von Manchester.

          Sanierung gescheitert : Thomas Cook ist pleite

          In der Nacht wurde das Aus besiegelt: Der älteste Reisekonzern der Welt steht vor der Zwangsliquidation. Das betrifft auch Zehntausende deutsche Urlauber. Condor-Maschinen sollen zunächst weiter fliegen.

          TV-Kritik: Anne Will : Welche Zukunft hätten Sie gern?

          Wer Klimaschutzpolitik als Kampf zwischen den Generationen etikettieren will, ist schief gewickelt. Die Zahl besorgter Eltern und Großeltern, die vergangenen Freitag an der Seite von Kindern und Enkeln auf die Straße gingen, war beachtlich. Der ganzen Debatte fehlt es an Optimismus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.