https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/doping/doping-opfer-hilfegesetz-fast-10-millionen-euro-fuer-930-opfer-16473997.html

Entschädigung gewährt : Knapp zehn Millionen Euro für 930 Doping-Opfer

Doping-Opfer bekommen eine finanzielle Entschädigung. Bild: dpa

930 Anträge auf Entschädigung nach dem zweiten Doping-Opfer-Hilfegesetz in Höhe von 10.500 Euro sind bis Ende Oktober positiv beschieden worden. Das entspricht einer Leistung von 9,765 Millionen Euro.

          1 Min.

          930 Anträge auf Entschädigung nach dem zweiten Doping-Opfer-Hilfegesetz (DOHG) in Höhe von 10.500 Euro sind bis Ende Oktober positiv beschieden worden. Das entspricht einer Leistung von 9,765 Millionen Euro. Weitere 291 sind in Bearbeitung. 93 Anträge hat das Bundesverwaltungsamt abgelehnt. Bis Ende des Jahres werden noch 120 Anträge erwartet. Dies hat das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen/Bündnis 90 mitgeteilt. Von 57 Anträgen von Geschädigten in zweiter Generation wurde ein einziger positiv beschieden. 46 wurden abgelehnt, zehn sind in Bearbeitung.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Eine weitere Verlängerung der Frist sei nicht vorgesehen, teilt der Parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) mit. Das staatliche Doping im DDR-Leistungssport sei Anfang der 1990er Jahre umfassend öffentlich dargestellt worden. Der Doping-Opfer-Hilfe e. V. wurde 1999 gegründet. Doping-Opfer hatten seit 2002 Gelegenheit, staatliche finanzielle Hilfe zu beantragen. Das DOHG2 habe nun weitere vier Jahre Zeit gegeben, sich zu melden.

          Die Abgeordnete Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik in der Fraktion der Grünen, fordert die Verlängerung des Gesetzes um ein weiteres Jahr. Im kommenden Jahr solle eine Studie zu Langzeitschäden des DDR-Zwangsdopingsystems veröffentlicht werden; dies lasse weitere Anträge erwarten, sagte sie. Allen Opfern des DDR-Staatsdoping-Systems sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, einen Antrag auf Entschädigung zu stellen.

          Derweil wurde bekannt: Die Computer-Daten, welche die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) aus Moskau erhalten hat, sind manipuliert. Das hat am Donnerstag der britische Jurist Jonathan Taylor dem Gründungsrat der Wada in Kattowitz mitgeteilt; Experten der Wada und aus Russland sowie die Ermittlungsabteilung der Wada seien aufgefordert, festzustellen, wie dies geschehen sei.

          Auf Basis ihrer Berichte wird Taylor, Vorsitzender des unabhängigen Code-Compliance-Comitee, dem Exekutivkomitee der Wada empfehlen, ob die Russische Anti-Doping-Agentur Rusada ausgeschlossen werden solle; die Folge könnte der Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen 2020 sein. Der russische Sportminister Pawel Kolobkow hatte sich zuvor entgegengesetzt positioniert. „Unsere Experten sagen, dass nichts gelöscht worden ist. Die Manipulationen (...) gab es nicht“, sagte Kolobkow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax. Er machte „technische Probleme“ verantwortlich.

          Weitere Themen

          „Mein Kopf explodiert“

          Tour de France : „Mein Kopf explodiert“

          Der Belgier Yves Lampaert stürmt im Kopenhagener Spritzwasser zum größten Erfolg seiner Karriere: dem Gelben Trikot bei der Frankreich-Rundfahrt. Bester deutscher Rennfahrer war Lennard Kämna, der mit 25 Sekunden Rückstand auf Rang 19 landete.

          Topmeldungen

          Manfred Knof im Februar 2020

          Manfred Knof im Interview : „Beim Umbau der Commerzbank quietscht es“

          Gleichzeitig Personal abbauen und die IT aufbauen sei anspruchsvoll, sagt der Vorstandsvorsitzende Manfred Knof im Interview mit der F.A.Z. Er fordert dauerhaft höhere Zinsen. Und er will Kreditkunden ohne Nachhaltigkeitsstrategie den Laufpass geben.
          Wollen in dem Film „Mutter“ nicht  nur Einzelschicksale ­zeigen: Anke Engelke und  Regisseurin ­Carolin Schmitz, die wegen Corona über den Laptop zugeschaltet ist.

          Über das Mütterdasein : „Aus der Nummer kommt man nicht mehr raus“

          Der Film „Mutter“ erzählt von allem Schönen und Schweren, was Mutterschaft ausmacht. Ein Gespräch mit Anke Engelke und der Regisseurin Carolin Schmitz über Mütter, Verantwortung, Bedürfnisse – und die Liebe zum Bügeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.